Monatsarchiv für Dezember 2009

Vorschläge für gute Vorsätze

On the Road (via kristjant @flickr)

On the Road (via kristjant @flickr)

Die letzten Jahre habe ich mir keine Vorsätze mehr gemacht, denn normalerweise hat es dann eben doch nicht geklappt oder es war einfach wieder in Vergessenheit geraten. Doch dieses Mal soll es etwas anders werden und deshalb habe ich hier einmal Vorschläge für gute Vorsätze aufgelistet.

Persönlich habe ich mir den ersten ausgesucht: nächstes Jahr will ich durch ein weiterhin autoloses Leben und den etwas reduzierten Fleischkonsum meine CO2-Emissionen um zehn Prozent senken.

Auf jeden Fall ein schönes 2010!

Bild von kristjant auf flickr

Die grüne urbane Zukunft

In Hammarby Sjöstad ist die grüne Zukunft angekommen: Das ehemaligen Instrieviertel ist nun die beliebteste Wohngegend von Stockholm. Dies nicht einfach nur wegen der optimalen Lage nahe der Stadt und doch ruhig gelegen.

Hammarby Sjöstad ist interessant, weil dort neuste grüne Technologien angewendet werden. Eine Bewohnerin dieses Quartiers ist für gerade einmal die Hälfte der CO2-Emissionen einer durchschnittlichen Schwedin verantwortlich. So wird der Abfall getrennt, automatisch gesammelt und gleich recycliert. Auch die Wohnungen sind von der Wärmedämmung und Heizung auf neustem Stand.

Wichtig ist auch die Mobilität, welche zumindest hier (noch?) nicht zum Modell gehört. Im Sommer ist man schnell mit dem Langsamverkehr (Velo, Füsse, Inline-Skates, etc.) in der Stadt und für den kalten Teil des Jahres gibt es ja noch den öffentliche Verkehr.

Das Informationszentrum, welches ursprünglich für die BewohnerInnen selbst gedacht war, wird auch immer mehr von Auswärtigen besucht, die entweder gerne umweltfreundlich leben möchten oder sich über das Projekt informieren wollen. Ich denke, dass dieses Informationszentrum sehr wichtig ist, denn es ist doch manchmal ein Problem, nicht genau zu wissen, welche Alternative jetzt die wirklich beste ist. Da hilft es einem sicher, wenn Leute diese Infos haben und gleich noch um die Ecke sind.

Radio-Beitrag von DRS In Hammerby Sjöstad ist die Zukunft bereits Realität

Lichter in Hammarby Sjöstad (via Anders Adermark @flickr)

Lichter in Hammarby Sjöstad (via Anders Adermark @flickr)

Das Interessante an Hammarby Sjöstad ist nicht nur die Aufwertung einer Industriebrache, wie wir es momentan in Zürich und anderen europäischen Grossstädten sehen, sondern die gezielte Planung und den kompletten Einbezug der besten grünen Technik.

Natürlich kann man nun sagen, dass die hohen Preise das umweltfreundliche Wohnen nicht allen zugänglich machen. So können sich nur gutverdienende Paare, glücklicherweise oft Familien, die beliebten Wohnungen dort leisten. Das erscheint auf den ersten Blick sicher richtig, doch stellt sich bei genauerem Hinschauen als Fata Morgana heraus. Die hohen Mieten sind nur teilweise durch die teure Technik bedingt, vielmehr spielt die grosse Nachfrage eine Rolle.

Die Preise sind nicht zuletzt deshalb so hoch, weil Hammarby Sjöstad sehr attraktiv ist. So waren die Preise am Anfang trotz der Renovationen und diversen teuren Anlagen eher günstig, doch sie stiegen durch Marktmechanismen rasch an. Es ist also klar, dass man solche Viertel auch erstellen kann, ohne gleich die höchsten Preise zu verlangen. Deshalb kann das Modell, mit Anpassungen, auch auf andere Städte und Wohngegenden übertragen werden.

Gerade im Industriequartier von Zürich (Kreis 5) haben wir gesehen, wie man aus einer Industriebrache eine attraktive Wohngegend machen kann. Es ist höchste Zeit, dass sich unsere Stadtregierungen diesem Thema annehmen. Natürlich muss dabei immer auch darauf geschaut werden, dass das Preisniveau nicht steigt und durch die grosse Nachfrage nach oben gedrückt wird.

Die ganze Geschichte ist vegleichbar mit der Einführung des Katalysators, dort war die Schweiz ja führend in Europa. Wenn wir es zur Vorschrift machen, dass Neubauten und Totalsanierungen den Minergie-P-Standard haben müssen, können wir die Kosten für solche Projekte dramatisch senken.

Genauso wie bei den erneuerbaren Energien, wo man in Deutschland und auch Schweden kräftig vorwärts macht, nicht zuletzt zum Wohl der eigenen Arbeiter, so sind wir in der Schweiz wieder einmal auf dem besten Weg, diese Entwicklung zu verschlafen. Bereits gibt es weltweit mehrere dieser so genannten Öko-Städte. Wir haben auch massenhaft sanierungsbedürftige Wohnsiedlungen, denen man mit etwas Geschick sicher neuen Glanz verleihen kann.

Bild von Anders Adermark auf flickr

Die Glaubensfrage – oder warum es eben keine ist

Eine Umfrage aus Grossbritannien zeigt wenig erstaunliches: Während nur gerade 1 % der Wissenschaftsgemeinschaft nicht an den Klimawandel glaubt, leugnen 60 % der Gesamtbevölkerung diese wissenschaftliche Theorie. Erstaunlich viele Bloggerinnen, Leserbriefschreiber und Newsnetz-Kommentarposter sind in diesen 60 % enthalten. Natürlich sieht man oft nur die, welche am lautesten schreien. Die öffentliche Meinung ist aber oft die, dass man ja nicht sicher wissen könne, wie es um den Klimawandel wirklich steht. Glücklicherweise hat sich der Trend in den USA dahin gewendet, dass die Fähigkeit und Pläne von Obama zum Lösen der Klimakrise angezweifelt werden. Genau dort gehört auch die Energie hin!

Approaching Blue Glacier (via Stuck in Customs @flickr)

Approaching Blue Glacier (via Stuck in Customs @flickr)

Doch ist es überhaupt eine Glaubensfrage? Ist es nicht vielmehr eine Leugnung von unangenehmen Tatsachen, was Al Gore bereits in seinem Film An Inconvenient Truth ansprach.

Oft geht man durch bestimmte Reihe von Stufen (erinnert irgendwie an das Kübler-Ross-Modell), wenn man mit einem Klimawandel-Leugner spricht. Nicht zwingend treten sie in der Reihenfolge auf, in der ich sie beschreibe, aber doch ganz häufig:

Zuerst kommt das Argument: “Das Klima erwärmt sich gar nicht!” – Tja, schön wäre es, aber Satellitendaten und mehr als hundert Jahre Temperaturmessungen können wohl nicht gleichzeitig auf der ganzen Welt falsch liegen. Oft hört man dann auch, dass es gegenteilige Beweise gebe – Crap!

Darauf folgt die Behauptung, dass der Klimawandel natürlich sei (wie so gut alles, gell Herr Schneider?!), folgt dann oft auf dem Fuss. Doch auch wenn es hier schwierig wird, als Laie diese hochkomplexen Themen zu erläutern, gibt es doch eine gute Antwort: Die Erwärmung ist vielleicht nicht unüblich in ihrer Amplitude, aber doch in der Geschwindigkeit. So schnell hat der CO2-Gehalt der Atmosphäre und die Temperatur noch nie zugenommen.

Schlussendlich sind wir bei der Kategorie FUD, was so viel wie Fear, Uncertainty, Doubt bedeutet, oder wie ich es lieber nenne: Fundamental Understanding Deficiency (grundlegendes Verständnisdefizit). So wird die Wahrscheinlichkeit in der Wissenschaft (bewusst) falsch ausgelegt oder schlicht etwas erfunden.

Als ultimativer Totschlaghammer wird in so manchen Kommentaren im Newsnetz und auf den Seiten von SF vorgebracht, dass es in Kopenhagen um die Etablierung einer (sozialistischen) Weltregierung ging und immer noch geht. Wenn die Diskussion zu diesem Punkt gekommen ist, höre ich normalerweise auf, wenn wer solches Zeug erfindet, wird alles was gesagt oder nicht gesagt wird als Beweis für seine abstrusen Ideen sehen.

über den Wolken (via petter palander @flickr)

über den Wolken (via petter palander @flickr)

Die ganze Debatte rund um die falsche Diskussion über Einschränkung oder Freiheit hat Titus sehr schön abgehandelt.

Vielfach spürt man hinter der Leugnung des Klimawandels eine Angst vor Einschränkungen (siehe oben) oder vor dem Eingeständnis, dass man selbst nicht alles richtig macht. Lange Jahre war es gut, zu arbeiten, zu sparen und sich dann ein Auto zu kaufen oder nach Übersee zu fliegen. Soll das jetzt alles nicht mehr gelten? Diese Doppelbödigkeit drückt sich auch dann aus, wenn gesagt wird, dass es den Klimaschützern nur ums Geld gehe. Offenbar reicht der Blick dann nicht so weit, als dass die Milliardengewinne der Ölkonzerne als Geld zählen. Auch sehr widersprüchlich ist diese Haltung, wenn man beachtet, dass sich die Diskussionen (so auch in Kopenhagen) immer um die Finanzierung drehen und gesagt wird, man habe das Geld nicht.

Um es nochmals klar und deutlich zu sagen: Hier geht es um die Realität und auch wenn alle Menschen ihre eigene Wahrheit haben dürfen, so gibt es davon unabhängig eine einzige Realität. Die Beschreibung dieser ist wiederum Sache der Wissenschaft, womit wir wieder beim Thema sind.

Die Behauptung, dass jedeR glauben könne, was sie/er will, ist sicherlich richtig im Bezug auf Religion, aber bei faktisch klaren Dingen wie dem Klimawandel, ist eben nicht jede Meinung gleich gültig. Wie ich schon erklärt habe, ist es zwar wichtig, andere Meinungen anzuhören, aber wenn es eben nicht mehr um Wissenschaft, sondern Leugnung des Offensichtlichen geht, müssen auch die Medien ihre Ausgeglichenheit überdenken.

Mir geht es sicher nicht darum, Panik zu verbreiten, aber den Tatsachen müssen wir doch ins Auge blicken! Wir können ja auch nicht, nur weil es uns nicht behagt, unsere Sterblichkeit verleugnen (frei nach George Monbiot). Die Fakten sind also klar. Wenn hier wieder das übliche Argument der angeblichen Panikmache kommt: Es gibt sie nicht! Das Problem ist real und seit langem bekannt. Erst seit wenigen Jahren allerdings schenkt die Wissenschaft und Politik ihm die nötige Aufmerksamkeit. Da nun die Zeit für Massnahmen knapp wird, drängen logischerweise viele Organisationen auf rasche Emissionsreduktionen. Das als Panikmache zu verteufeln, ist ganz unsportlich, denn nicht nur hat es rein gar nichts mit der Realität zu tun, es ist auch heuchlerisch, weil damit oft die eigenen Verhaltensänderungen abgelehnt werden.

Grey Gletscher in Chile (via Christian Watzke @flickr)

Grey Gletscher in Chile (via Christian Watzke @flickr)

Wenn nun also die Inselstaaten verzweifeln oder grosse Versprechen machen, dann nicht nur, um einfach mehr Gelder abzukassieren. Es geht eben auch darum, ob und wie sie weiterhin überleben wollen. Denn die bedrohten Inselparadiese haben auch ein riesiges Problem: Sie können nicht einfach ein wenig Küstenlinie räumen, sondern gehen gleich komplett unter und müssen sich möglicherweise ein neues Gebiet für ihren Staat suchen oder sich gleich auflösen.

Die Lösung? Du!

Bild von Stuck in Customs, petter palander und Christian Watzke auf flickr

WordPress 2.9 verletzt Flickr-Regeln

Mit WordPress 2.9 kann man ja einfach Bilder und Videos einbinden. Besonders praktisch ist das sicher bei YouTube-Videos und sicher auch brauchbar. Doch während YouTube-Videos eher problemlos einzubinden sind, gibt es gerade bei Flickr rechtliche Probleme. Zwar gehören die Bilder, welche man auf Flickr findet nicht der Firma, sondern den einzelnen Usern, aber die Regeln macht Flickr trotzdem.

Wer ein Foto via API auf einer anderen Seite ausserhalb von Flickr anzeigen möchte, so wie ich das mache, dann muss das Bild einen Link zurück auf die Fotoseite auf Flickr aufweisen. Ich habe dies recht einfach umgesetzt. WordPress 2.9 macht dies aber nicht selbständig.

In den Flickr Community-Richtlinien steht folgendes:

Setzen Sie einen Rücklink zu Flickr, wenn Sie Ihre Flickr Inhalte anderswo einstellen. Mit dem Flickr Service können Sie auf Flickr gehostete Inhalte auch auf anderen Websites posten. Die Seiten anderer Websites, die auf flickr.com gehostete Inhalte zeigen, müssen für jedes Foto oder Video einen Rücklink zur entsprechenden Seite auf Flickr enthalten.

Das bedeutet also, dass oEmbed es zwar ermöglichen würde, Flickr-Fotos direkt über die Foto-URL (z.B. http://www.flickr.com/photos/floeschen/4114975058/) einzubinden, aber weil kein Backlink auf diese Fotoseite erstellt wird, ist das ganze nicht zulässig.

Firefox 3.5

Firefox 3.5

Die Lösung ist dagegen eher einfach. Erstens: Richte dir selber eine Suche ein, im Firefox 3.5 geht das ganz praktisch. Einfach die URL http://www.flickr.com/search/?l=cc&q=%s als Lesezeichen abspeichern und dann wie Eigenschaften beim Schlagwort z.B. fl eingeben. Dann einfach die Awesome-Bar (Adresszeile) anwählen und fl berlin eingeben. Schon erhälst du Bilder aus Berlin, die unter einer Creative Commons-Lizenz veröffentlicht sind.

Diese kannst du dann wieder herunterladen, jenachdem bearbeiten, als Bild in WordPress hochladen und dort einbinden. Einen Link auf die Fotoseite, beziehungsweise den Fotografen, musst du aber trotzdem setzen und natürlich auch den Namen des Fotografen nennen. So wie ich das im Blog mit diversen Bildern mache, die von Flickr sind, klappt das wunderbar.

Als die zweite Möglichkeit ist, die Bilder zwar via WordPress 2.9 einzubinden, aber immer gleich dazu einen Link auf die Fotoseite zu setzen. Sicher wäre es praktischer, wenn das eingebundene Foto selbst ein LInk wäre und man sich so unnötige Arbeit erspart. Vielleicht kommt das ja mit der kommenden Version 3.0…

K2 1.0 erschienen – Übersetzung und Style bereit

K2

K2

Gestern Nacht ist K2 1.0 erschienen und mein Blog läuft schon damit: K2, einem der wohl besten WordPress-Themes überhaupt. Wie schon bisher gibt es die Übersetzung und den Style Helsinki zum Herunterladen.

Den Style habe ich aktualisiert und er sollte funktionieren, ist aber immer noch im Beta-Stadium. Die Übersetzung habe ich ebenfalls gemacht. Leider hatte ich auch hier keine Zeit, sorgfältig auf Fehler zu prüfen. Falls ich aber noch Fehler finde, korrigiere ich sie in den nächsten Tagen.