Monatsarchiv für Dezember 2009

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Faire Renten – oder doch Rentenklau

Im März gibt es bereits schon die nächste Abstimmung. Wir dürfen uns entscheiden, ob wir faire Renten oder den Rentenklau wollen. Ironischerweise arbeiten die beiden Lager mit ihren Slogans für das jeweilige Gegenteil. ;-)

Die Gewerkschaften und die SP haben 204’952 Unterschriften gesammelt – es bräuchte aber nur 50’000. Das zeigt, wie viele Leute unzufrieden sind, dass ihnen ein grosser Teil der Renten genommen wird.

Über 200'000 Unterschriften gegen Rentenklau

Über 200'000 Unterschriften gegen Rentenklau

Die Vorlage ist wieder einmal von der komplizierteren Sorte und dürfte deshalb so einiges an Verwirrung verursachen. Wer aber einmal wissen möchte, wie viel ihn eine solche faire Rente kostet, konsultiert am besten den Rentenklau-Rechner.

Es geht also darum, dass der Umwandlungssatz gesenkt wird, nämlich von 7.2 % auf 6.8 % im 2014. Doch auch wenn es nach nur wenig ausschaut, der Verlust ist enorm: Ein 36-Jähriger, der heute CHF 6’000.- (brutto) verdient, verliert CHF 50’800.- Wow! Wenn man davon ausgeht, dass er dann noch zwanzig Jahre Pensionär ist, macht das CHF 2540.- pro Jahr oder CHF 211.70 pro Monat aus! Enorm!

Immer wieder toll auch zu sehen, wie die beiden Kampagnen unter grösster Anstrengung versuchen, das Internet zu nutzen. So kann man beispielsweise mit Christa backen.

Der Erfolg wird sicher mässig ausfallen, obwohl mit ein paar engagierten Bloggern die Sache einfacher wäre. Also, liebe economiesuisse, seid doch lieber authentisch, anstatt den Kampagnenstart vor den 29. November vorzuziehen und dafür dort kräftig auf den Deckel zu bekommen.

Avatar

Letzte Woche war ich im Kino und habe mir Avatar in 3D angeschaut. Toller Film, wenn vielleicht nicht gerade der Film des Jahrzehnts, so doch sicher einer mit Kultpotential.

Faszinierend sind vor allem die Landschaften, Wälder und Pflanzen. Gerade am Anfang ist der Flug durch den Nebelwald sehr gut gemacht. Während dem Film vergass ich oft, dass die ganzen Pflanzen und Landschaften gar nicht real, sondern komplett animiert sind. In 3D fliegen die Äste und Blätter realistisch nahe am Auge vorbei – hier ist diese Technologie ein wirklicher Gewinn.

Die Musik von James Horner ist einerseits super anzuhören, mit vielen ethnischen Instrumenten gespickt und passt bestens zum Film. Andererseits ist sie, obwohl teilweise pompös orchestral, nicht störend und meistens eher im Hintergrund.

Die Einflüsse, die James Cameron in diesen Film eingearbeitet hat, sind vielfältig und oft ziemlich offensichtlich. So tauchen Elemente aus Star Wars (Kampfroboter und die ganzen Helikopter) auf.

Ziemlich augenfällig sind auch die Anspielungen auf die Zerstöung des tropischen Regenwalds, den Irakkrieg (“Wir können nur mit einem Präventivschlag gewinnen!”), Gier der Menschheit nach Unobtainium, die Eroberung Amerikas und Vertreibung der Indianer durch die europäischen Siedler. Die Firma, welche die Minen betreibt und dafür Söldner anstellt, ist zweifellos ein Seitenhieb auf Grosskonzerne, die Rohstoffe in Entwicklungsländern plündern und den Söldnerskandal im Irak mit Blackwater.

Beeindruckend sind vor allem auch die animierten Landschaften. Man fliegt oft durch Bäume, über fliegende Berge und durch die Regenwaldfauna in einem solchen Tempo, dass die schnellen Schnitte kaum auffallen. Oft wurde auch darauf verzichtet, denn die Vegetation macht die Bilder oft sehr unübersichtlich und in 3D noch viel eindrucksvoller.

Als kleiner Tipp: Schaut euch den Film im Originalton an, denn die deutschen Synchronstimmen sind irgendwie recht schräg (wenn man einmal die englischen Originale gehört hat).

Bewertung 5-5Bewertung 5-5Bewertung 5-5Bewertung 5-5Bewertung 5-5

Drei Schritte zum 10:10-Ziel

Während in Kopenhagen zur Zeit kräftig diskutiert wird, ob und wie die Industrieländer ihre Emissionen senken wollen, müssen wir uns auch Gedanken machen, was schon machbar ist. Klar braucht es an vielen Enden und Ecken die Massnahmen aus der Politik, doch gewisse Einsparungen sind schon jetzt möglich.

Kohlekraftwerk (via Wigwam Jones @flickr)

Kohlekraftwerk (via Wigwam Jones @flickr)

Deshalb schlage ich die drei (wohl offensichtlichen) Schritte zum Klimaziel fürs nächste Jahr: In Grossbritannien läuft die 10:10-Kampagne, bei der sich Leute, Organisationen und Unternehmen verpflichten, nächstes Jahr 10 % weniger Treibhausgase zu emittieren. So erreicht man doch knapp die Hälfte der Reduktion bis 2020 in nur einem Jahr. Machbar ist es sicher: Weniger Fleisch essen, weniger fliegen und wenn, dann CO2-kompensiert, grüne Energie fürs Heizen brauchen, etc. Die letztendlich aber entscheidende Hürde ist, ob man es wirklich auch umsetzt und da ist auch bei mir das grösste Problem. Beispielsweise lässt sich die Heizung nicht ändern, weil man in einer Mietwohnung lebt; die Essensgewohnheiten sind schwer zu ändern; Fliegen ist leider nötig, wenn auch nur einmal pro Jahr.

Erster Schritt: Verzichten & Verringern – Das tönt zwar auf den ersten Blick dramatisch, ist es aber in den meisten Fällen gar nicht. Wer von 23°C auf 22°C Raumtemperatur hinuntergeht, spührt das gar nicht, spart aber viel Geld und Öl. Es ist auch möglich, die Abfälle zu verringern, indem auf die Verpackung geachtet wird und die Haushaltsabfälle nicht mit dem Kehrricht entsorgt werden.

Zweiter Schritt Ersetzen & neu Erfinden – Dieser Teil dürfte der spannendste und technischste sein. Beispielsweise gibt es Elektroautos, die genau den gleichen Dienst erweisen. Natürlich gehören auch Leuchtstoffröhren, LED-Lampen, aber auch neue Technologien wie Solarthermie und Windstrom hinhin. Einfach gesagt, alle erneuerbaren Energiequellen, die fossile Energieträger ersetzen oder Technologien, welche die Verbrennung von Treibstoffen überflüssig machen.

Dritter Schritt Geoengineering & Schadensabwehr – Da es im Moment nicht allzu rosig für ein griffiges Abkommen aussieht, brauchen wir – aber erst nachdem die beiden vorigen Schritte gemacht wurden – Massnahmen und Lösungen, um die Folgen des Klimawandels abzuwenden. Dazu zählen verschiedenste Vorschläge, wie etwa die weiss gestrichenen Dächer, Spiegel in der Atmosphäre oder Binden von CO2 in Kalk und Terra Preta. Diese Lösungen haben allerdings ihre Schwächen brauchen noch Zeit bis zur Reife. Ausserdem lösen sie das Problem von Umweltverschmutzung, -zerstörung und den begrenzten Resourcen nicht.

Bild von Wigwam Jones auf flickr

Grünes MTV Cribs mit Marcus Brigstocke

Super gemachtes Video über einen grünen Lebensstil. Offenbar ist das doch nicht so langweilig. ;-)

…und jetzt gleich die Stupid Show einschalten.

Diskussion mit einem Klimawandel-Leugner

Leute wie Lord Monckton gibt es offenbar mehr, als man meint. Sie sind dummerweise aber sehr attraktiv für die Medien, denn offenbar ist es dort immer gut, wenn es “chlöpft”. Darum dürfen die auch, oft im Namen des Gleichgewichts, ihre Meinung zur besten Sendezeit herumerzählen. Viele sind auch in nicht ganz uneigennütziger Mission unterwegs, denn oft (wie

Ausgeglichene Berichterstattung ist ohne Zweifel wohl eines der wichtigsten Dinge der aktuellen Journalismus. Doch was viele beim Klimawandel für nötig halten, käme bei anderen Themen niemandem in den Sinn. Kein Journalist würde nach einem Beitrag über Raumfahrt jemanden einladen, der davon erzählt, wie nach seiner Meinung der Himmel eigentlich ein riesiger Teppich ist. (frei nach Dara O’Briain)

Auf dünnem Eis (via Grant MacDonald @flickr)

Auf dünnem Eis (via Grant MacDonald @flickr)

So sind denn auch zahlreiche Leute überzeugt, dass der Klimawandel nicht real sei, weil “es [im Winter] ja kalt ist”. Werbung für den Klimawandel kommt deshalb auch nicht nur schlecht an, wie Extra 3 zeigt.

Nun aber zum eigentlichen Thema, dieses Artikels, nämlich den Diskussionen mit Klimawandel-Leugnern. Sie verschwurbeln häufig die Fakten – und ja, es sind Fakten, deshalb kann man auch nicht an den Klimawandel “glauben”.

Was 2007 mit dem Film The Great Global Warming Swindle von Martin Durkins passierte, wird heute immer und immer wieder mit erstaunlichem Erfolg wiederholt. Wer also einem Klimawandel-Leugner gegenübertreten will, muss sich bewusst sein, dass es ziemlich schwierig ist, irgendwelche bizarren Ideen zu widerlegen.

Einlesen kann man sich beispielsweise in George Monbiots Blog, wer es lieber etwas technischer hat auf RealClimate und natürlich bei Grist: Hier findet man die wohl umfassendste Sammlung an Behauptungen von Klimawandel-Leugnern und direkt die ausführlichen und mit zahlreichen Daten gespickten Widerlegungen.

Grist series How to Talk to a Climate Skeptic: Responses to the most common skeptical arguments on global warming

Bild von Grant MacDonald auf flickr

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