Monatsarchiv für Januar 2010

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Ubiquity – Browse to the future?!

Der bekannte Webbrowser Firefox ist ein weltweiter Renner, vor allem wegen seiner Anpassparkeit, intuitiven Bedienung und der grossen neuen Schritte, die Firefox eingeführt hat. So ist das Tabbed Browsing aus dieser Entwicklung entstanden, gleich wie die Addons für Webbrowser.

Was die Zukunft des Web tatsächlich birgt, kann wohl niemand wissen. Doch es gibt Leute, die bereits daran arbeiten.

In den Mozilla Labs sind bereits zehn Projekte am laufen, die neue Möglichkeiten im Zusammenhang mit Web und Internet offerieren. Ich stelle hier einmal eines der wohl praktischsten Projekte vor. Natürlich wären auch Prism oder Snowl eine Erwähnung wert – vielleicht später einmal.

Ubiquity für Firefox 3.5

Ubiquity für Firefox 3.5

Auch wenn man mit Firefox doch so ziemlich einiges selbst einrichten kann, fehlt eine einfache Möglichkeit, um nur per Tastatur bequem zu surfen. Mit Ubiquity ist das zumindest teilweise gelöst.

Ubiquity lässt sich mit einem einfachen Tastaturbefehl aufrufen. Danach hat man ein offenes Fenster, wo man Befehle eingeben kann und manchmal auch gleich ein Feedback (z.B. beim SBB-Fahrplan, siehe unten) bekommt – und das ist auch das Neue an der ganzen Geschichte. Ubiquity ermöglichst es, schnell und ohne die Maus zu nützen rasch Dinge aufzurufen.

Ganz wichtig ist auch die Möglichkeit, mit den Befehlen auf markierten Text im Browserfenster zuzugreifen. So können Adressen markiert und dann mit dem map-Befehl auf Google Maps gefunden werden. Ähnliches funktioniert auch mit Suchmaschinen wie Google oder Bing und man sieht gleich ein paar Treffer mit den ausgewählten Suchbegiffen.

Wer mit Ubiquity, auch wenn es noch tief in der Entwicklung steckt, loslegen möchte, sollte zunächst die Einführung lesen, dann das Add-On installieren und nachher auf about:ubiquity klicken, um Einstellungen vorzunehmen. Diese Seite kann man nachher auch mit dem Befehl open aufrufen. Diese Seite ich ganz wichtig, denn dort kann man das Aussehen und die Befehle verwalten.

Leider bietet Ubiquity noch nicht ganz, was ich mir wünsche. Die einfache Websuche lässt sich bereits mit den Lesezeichen und der Awesome-Bar realisieren. Für Twitter gibt es nützlichere Alternativen und Mails schreibe ich bereits jetzt ganz gemütlich.

Die wirklichen praktischen neuen Möglichkeiten sind das Abrufen des Wetters, Kartensuche, diverse Tricks mit Tabs und Fenstern. Auch super sind die länderspezifischen zusätzlichen Befehle, so z.B. für die Schweiz, Deutschland und Österreich.

So kann man mit dem Schweizer Paket von Mauro Frigerio Schweizer Webcams anschauen, den Niederschlagsradar checken und den SBB-Fahrplan schnell und einfach abfragen.

Nun ja. Abschliessend kann ich sagen, dass Ubiquity sicher noch nicht das ultimative Tool für jedeN AnwenderIn ist, aber sicher nützlich sein kann. Wer also einige Tabfunktionen oder den SBB-Fahrplan einfach zur Hand haben will und sowieso immer auf der Tastatur herumtippt wie ein Wilder, dem wird Ubiquity sicher etwas bringen.

Neue K2-Übersetzung für Version 1.1

K2

K2

Bald soll die Version 1.1 des genialen WordPress-Themes K2 erscheinen und dafür scheint bereits jetzt eine Aktualisierung der Sprachdateien für die Übersetzung nötig zu sein. Nach trotz einigen Problemen mit der Übersetzungssoftware, habe ich nun die aktuellste Version hochgeladen.

Download deutsche K2-Übersetzung Download Deutsche K2-Übersetzungsdateien

Die neuste Übersetzung sollte also auch dann funktionieren, wenn die Version 1.1 von K2 herauskommt, allerdings kann ich das jetzt nicht garantieren. Die deutschen Übersetzungen in der Google Group scheinen nicht komplett zu sein, weshalb ich nochmals eine Version von mir veröffentliche.

Wenn wir gerade dabei sind: Es gibt im Hinblick auf K2 1.1 grössere Änderungen bei der XTHML-Struktur, neue Widget-Räume, eine neue Funktionalität der Spalten und noch viel mehr, wie Projektleiter Michael Heilemann im Entwicklerblog ankündigte. Mehr Infos dazu gibt es natürlich in der K2 Support Group und im Changelog.

Ein kalter Winter

Genauso, wie “eine Schwalbe noch lange keinen Sommer macht“, so ist der momentane kalte Winter kein Beweis gegen den menschgemachten Klimawandel.

Auch wenn es ja nicht stimmt, geschrieben wird fleissig. So behauptete auch die Mail on Sunday, dass die Forschungsarbeiten von Mojib Latif aus dem aktuell kalten Winter Argumente gegen den menschgemachten Klimawandel ableiten liessen.

Eher ist das Gegenteil der Fall: Zwar ist der jetzige Winter schon einer der härteren seit längerem, aber beispielsweise das Eis der Arktis nimmt nicht zu, wie es sollte. Natülich ist auch das kein Beweis, aber wie mit all diesen Dingen ein Teil im Puzzle.

Aber überhaupt: Der jetztige Winter ist ein Einzelereignis, das gut auch eine Folge des Klimawandels sein könnte, wie Temperaturanomalien zeigen. Schliesslich war 2009 ein ziemlich warmes Jahr, obwohl der Winter extrem kalt war.

[…] Almost all the places where wealthy individuals with Internet connections live (chiefly the USA and Europe) just got cold at once. No wonder The Internet has trouble accepting that The World is getting warmer – everyone in their world says it’s freezing cold. […]

- Quelle MrMaude auf guardian.co.uk via @guardianeco

Interessante Beobachtung, denn tatsächlich liegen die Industrieländer im kühleren Bereich, während es in der Baffin Bay und nahe dem Nordpol über 8°C wärmer als normal ist. Diese Daten aus dem Dezember zeigen, wie sehr sich die Wahrnehmung duch Dinge wie ein kalter Winter beeinflussen lässt – oder eben durch die Medienberichterstattung.

Übrigens finde ich es erstaunlich, wie viel der Punkte aus meinen letzten Artikeln zum Thema bereits von Marcus Brigstocke in der Now Show angesprochen wurden.

Die Biodiversität und warum sie uns kümmern sollte

Den Begriff Biodiversität hören wir sehr oft, doch was bedeutet er eigentlich? Ganz einfach gesagt geht es um die Vielfalt. Doch was sich auf den ersten Blick simpel anhört, ist dann doch etwas komplizierter – wie so fast alles, leider. ;-)

Die Biodiversität gliedert sich in drei Teile. Sie sind alle unverzichtbar für ein funktionierendes Ökosystem. Ein solches ist wieder an jedem Ort der Welt nötig, damit wir Nahrung, Luft und Rohstoffe haben.

Aerial Atoll (via sleepychinchilla @flickr)

Aerial Atoll (via sleepychinchilla @flickr)

  1. Vielfalt der Arten, klassische Artenvielfalt, oft auch exklusiv unter Biodiversität verstanden
  2. genetische Vielfalt, besonders wichtig im Bezug auf Anpassungsfähigkeit der Art
  3. Vielfalt der Ökosysteme und Ökosystemprozesse, auch Prozesse, wie Überflutungen oder Waldbrände sind teil der Biodiversität

Ohne, dass wir es merken, leistet die Natur täglich Dienstleistungen, produziert Güter und Rohstoffe, die wir alleine gar nicht oder nur mit gigantischen Kosten hätten. So leisten Bienen knapp einen Zehntel des Werts der Weltnahrungsproduktion mit der Bestäubung von Blütenpflanzen auf dem ganzen Globus. Daneben putzen diverse Pflanzen und Tiere unsere Gewässer, sorgen für Sauerstoff und entsorgen unseren Abfall.

Neben diesen Dienstleistungen gibt es auch noch die Schutzfunktion: So schützen uns diverse Tiere wiederum vor anderen Schädlingen oder Schutzwälder vor Lawinen, Erdrutschen und Steinschlägen.

Nicht zu vergessen ist auch der ethische Aspekt: Dürfen wir entscheiden, welche Spezies leben dürfen und welche nicht? Können wir es uns also leisten, dass Arten verschwinden, massenhaft Individuen Wilderei, Brandrodungen oder dem Klimawandel zum Opfer fallen? Es ist zwar immer schwierig, den genauen Unterschied zwischen Nutzen und Ausbeuten festzulegen, doch ich denke, dass wir mit dem Massstab der Nachhaltigkeit ein gutes Kriterium haben.

Biodiversity Hall at AMNH (via Dom Dada @flickr)

Biodiversity Hall at AMNH (via Dom Dada @flickr)

Zwar auch wichtig, aber nicht überall anwendbar ist die Erholungs-, Genuss- und Freizeitfunktion, welche viele Grünflächen in der Schweiz haben. Kaum ein Wald ohne Spaziergänger oder Bikerinnen. Auch wenn nun über die Hälfte der Menschen in Städten wohnt, so ist die Möglichkeit, ins Grüne zu gehen für viele Leute ganz wichtig, besonders in den Industrieländern. Wer fährt nicht gerne in den Alpen Ski, spaziert an einem Fluss entlang, macht Ferien am Meer oder wandert im hohen Norden.

Weltweit steht die Biodiversität hauptsächlich an zwei Orten unter extremem Druck: Einerseits in den tropisch freuchten Wäldern und andererseits in den Ozeanen, Meeren und Binnengewässern.

In den tropisch feuchten Wäldern (oder auch Regenwäldern) ist der Druck vor allem durch die Rodungen im Amazonasbecken, in Zentralafrika und in Südostasien gigantisch. Würde die Schweiz gleich schnell kleiner werden, wie alleine in Brasilien der tropische Regenwald abgeholzt wird, so wäre nach dreieinhalb Jahren nichts mehr übrig! Das Tempo ist atemberaubend und im Moment deutet leider wenig auf baldige Besserung hin. Problematisch ist auch, dass die Aufforstung ganz schwierig ist, weil die komplexen Ökosysteme sich oft nur ungenügend wiederherstellen lassen und die Böden degradiert sind.

Die Gewässer andererseits stehen etwas schwerer nachvollziebaren Einflüssen gegenüber. In Landwirtschaftsgebieten ist der Nährstoffeintrag aus Dünger und Gülle das Problem. In den Ozeanen ist vor allem der Plastikmüll ein enormes Problem für die Vögel, welche diesen Abfall fressen und daran sterben. Der Klimawandel wiederum bedroht die Korallenriffe, ein Hotspot der Evolution.

Es ist deshalb sehr wichtig, dass wir den ungeheuren Vorrat an noch unbekannten Wirkstoffen für Krankheiten, die Formenvielfalt, die zahlreichen Dienste, etc. erhalten. Wir müssen vom Wegwerfen zum Wiederverwenden kommen – eine ganz schwierige Wandlung. Denn nicht nur ist das Wegwerfen viel komfortabler und schneller erledigt, es ist auch eine in den letzten Jahrzehnten gut trainierte Gewohnheit von uns geworden. Tatsächlich können wir noch viel mehr recyclen, als wir es jetzt schon tun, auch wenn die Schweiz ganz gut dasteht.

Wir müssen aber auch unsere Umwelt mehr wieder vor uns selbst schützen, indem wir unseren Freizeitaktivitäten sinnvolle Grenzen setzen.

Bild von sleepychinchilla und Dom Dada auf flickr

Immer wieder Afrika

Es ist ja üblich, dass wir von Hunger, Krankheit und Konflikten in Afrika hören. Doch wieso scheinen sich derart viele Katastrophen auf den gleichen Kontinent zu konzentrieren?

Namibia - Ausblick vom Spreetshoogtepass (via verschattet @flickr)

Namibia - Ausblick vom Spreetshoogtepass (via verschattet @flickr)

Dass Klimaschutz tatsächlich eine Frage der Gerechtigkeit ist, wird bei einem Blick auf die Folgen der Klimakrise rasch einleuchtend. Durch veränderte Niederschlagsmuster, höhere Temperaturen und heftigere Unwetter werden in der Landwirtschaft grosse Schäden angerichtet. Während allerdings in den Industrieländern die Landwirtschaft mit wenig Menschen, viel Technik viele Leute ernähren kann, so ist sie in Afrika meistens immer noch Subsistenzwirtschaft. Das bedeutet, dass Ernteausfälle nicht einfach durch Importe aus anderen Regionen ausgeglichen werden können.

Doch auch diverse Krankheiten wüten schon länger auf dem Afrikanischen Kontinent. Darunter befinden sich die bekannteren wie AIDS und Malaria, aber auch Hakenwürmer und diverse andere Parasiten töten jährlich Millionen von Menschen. Doch nicht zuletzt auf Grund fehlender Gewinnaussichten gibt es auf diesem Gebiet nicht so grosse Investitionen wie bei Krebsmedikamenten.

Karte Africa out of balance

Zum Schluss sind dann noch diverse Bürgerkriege, bewaffnete Konflikte und Diktaturen. So sind Gewaltausbrüche schon fast an der Tagesordnung. Dann ist es natürlich auch wenig verwunderlich, wenn angebliche Schweizer Trainingsflugzeuge gegen Flüchtlinge eingesetzt werden.

Wieso ist das so? Nun, während auf den anderen Kontinenten die meisten europäischen Kolonien schon im 19. Jahrhundert unabhängig wurden (Argentinien: 1816), so dauerte der Prozess der Emanzipierung von den imperialen Herrschern bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts (Dem. Rep. Konto: 1960).

Was auch immer die Probleme sind, ihre Lösung ist überfällig. Was können wir tun? Beispielsweise endlich die Bildung auch auf einem hohen Niveau fördern, aber auch die Bildung der Leader forcieren, denn eine Demokratie kann nur funktionieren, wenn alle daran partizipieren können.

Auch wenn die Situation und Zukunft für Afrika düster aussieht, so gibt es doch einige – leider wenige – Projekte und Initiativen, die Hoffnung machen. Mir scheint auf jeden Fall wichtig, dass wir die Förderung nicht von oben herab betreiben, sondern wie Neil Turok vor Ort. Das ist nicht nur nachhaltiger, sondern bringt auch viel mehr neue Ideen.

Bild von verschattet auf flickr

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