Monatsarchiv für März 2010

Sinn und Unsinn der Earth Hour

Die Earth Hour 2010 findet dieses mal bereits zum vierten Mal. Ziel der Aktion, die rund um den Globus stattfindet und im Osten bereits begonnen hat, ist es, auf den Klimawandel aufmerksam zu machen.

Earth Hour 2010

Earth Hour 2010

Bei den Science Busters von FM4 macht man zu Recht auf die fehlende Wirkung der Aktion aufs Klima aufmerksam. Tatsächlich ist der Effekt sehr klein, gerade auch hier in der Schweiz, wo zumindest 60 % des Stroms aus fast CO2-freier Erzeugung kommt.

Das Ziel, und so verstehe ich auch die Organisatoren, ist es vielmehr, die öffentliche Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken. Wie sehr unser Leben von Energie abhängig ist, wird dadurch vielen klar, auch dass man sich selbst mehr engagieren könnte.

Der Earth Hour kann man auch auf Twitter (#EarthHour und @earthhour) und Flickr

Heute Abend von 20.30 bis 21.30 wird deshalb auch dieser Blog und die Lichter hier während der Schweizer Earth Hour ausgeschaltet. Natürlich mehr um ein Zeichen zu setzen, als um damit tatsächlich etwas getan zu haben. Damit kann man aber gleich am Sonntag anfangen: Autolose Mobiliät leben oder Initiative unterschreiben zum Beispiel…

Hier noch ein paar Bilder von der Earth Hour 2010.

It’s the agriculture, stupid

Die Klimakrise ist real und wir Menschen stehen als Verursacher in der Verantwortung. Dabei stellt sich auch sicherlich die Frage nach der Hauptquelle der klimaschädlichen Emissionen. CO2 ist zwar das hauptverantwortliche Gas, doch woher es kommt, ist gerade ebenso wichtig.

Terassenfelder in China (via lacitadelle @flickr)

Terassenfelder in China (via lacitadelle @flickr)

Die Landwirtschaft rückt immer stärker in den Fokus und das nicht erst seit im Nationalrat die Fetzen flogen. Das Problem ist die stark industrialisierte Landwirtschaft, welche zwar scheinbar hohe Erträge garantiert, aber gleichzeitig nicht viel anderes macht, als Öl in Nahrungsmittel zu verwandeln. In der Schweiz ist das Verhältnis von Input (Dünger, Maschinen, Transport, etc.) zu Output (Nahrungsmittel) ziemlich schlecht: So setzen die Landwirte hier mehr Energie ein, als sie in Form von Nahrung zurückgewinnen.

Wohin müssen wir also gehen? Darauf erlaube ich mir, keine (präzise) Antwort zu geben, denn nicht zuletzt sind noch längst nicht alle Fragen auf diesem Gebiet angegangen und beantwortet sind.

Das Problem auf der einen Seite scheint mir zu sein, dass der momentane extreme Bevölkerungszuwachs vor allem auf der grossen Verfügbarkeit von Nahrung gründet. In Asien ist die grüne Revolution, die wir in den 60er-Jahren hatten, erst jetzt am Rollen.

Was meiner Meinung nach passieren muss, ist eine zweite grüne Revolution: Nicht die Gentechnologie, welche höhere Erträge verspricht. Was in meinen Augen viel sinnvoller wäre, ist eine nachhaltige Landwirtschaft ohne Monokulturen, dafür aber mit kleinräumigen Strukturen und kurzen Transportwegen.

Monokulturen sind nicht zuletzt für Bodendegradation und übermässigen Pestizideinsatz verantwortlich. Zwar mag die Bearbeitung mit grossen Maschinen günstig sein, doch Verhältnisse, wie wir sie fast überall in Europa und den USA antreffen (nicht aber in der Schweiz) sind langfristig katastrophal für die Böden.

Wie auch immer das weitergeht: Die Umstellung ist jetzt nötig. Auf jeden Fall bin ich gespannt, wie sich die Landwirtschaft weiterentwickelt.

Foto von lacitadelle auf flickr

Killer(spiele) im Blogrückblick #2 – Woche 8

Schon die zweite Ausgabe des Blogrückblicks! Dieses Mal mit einem Schwerpunkt auf die Killer-Spiele.

Nintendo Gameboy (via wwarby @flickr)

Nintendo Gameboy (via wwarby @flickr)

In Isreal macht man Werbung mit Attentaten des Mossad, was mehr als nur einen schalen Beigeschmack hervorrufen dürfte.

David, der einen der wohl substanziellstenen Blog betreibt, stellt vier Fragen an Roland Näf, der so genannte Killer-Spiele am liebsten verbieten möchte. Zu diesem Thema ist auch der Beitrag im Echo der Zeit vom Freitag (Wie schädlich sind Killer-Spiele?) der die Frage mit ziemlichem Tiefgang versucht zu beantworten.

Kim meint auch, das Böse müsse verboten werden oder eben auch nicht. ;-)

Foto von wwarby auf Flickr

Cleantech-Initiative lanciert

Cleantech-Initiative der SP

Cleantech-Initiative der SP

Die SP Schweiz hat heute die Cleantech-Initiative gestartet.

Die Initiative verlangt konkret drei Dinge. Zwar sieht der Initiativtext vage aus, aber schliesslich ist es für die Verfassung, also kommt noch ein Gesetz hintennach.

  • Abhängigkeit von fossilen Energieträgern beseitigen
  • Förderung der Innovation und Investitionen in erneuerbare Energien und Energieeffizienz
  • Vorschriften über Energieverbrauch von Anlagen, Geräten und Fahrzeugen, gemäss neuster verfügbarer Technologie

Alles in allem schafft die Initiative Arbeitsplätze im Energiesektor, sowohl hochqualifizierte als auch weniger qualifizierte. Die Krise mag vielleicht schon vorüber sein, aber die Arbeitslosenzahlen zeigen, dass die für die Arbeiterinnen und Arbeiter noch lange nicht vorüber ist. Deshalb sind 100’000 neue Stellen dringend nötig.

ja! SP Schweiz

Die Initiative fördert auch endlich angemessen die neuen Technologien, welche zwar verfügbar, aber noch nicht eingesetzt werden. Wenn die neusten Technologien als Massstab für das Machbare und damit vorgeschrieben sind, wird das dem Industriestandort Schweiz sicher stark helfen. Auch wird die Initiative die Luftverpestung klar reduzieren: Wenn Feuerungen und Autos sich an viel strengere Grenzwerte halten müssen, so hilft das auch unser aller Gesundheit.

Als Fazit kann man sicher sagen, dass die Initiative schon dringen nötig gewesen wäre. Darauf hätte der Bund auch selbst kommen können. Dass wir nun darüber abstimmen können ist sicher auch gut für die öffentliche Diskussion über das Thema Energie, Klima und Umwelt.

PDF-Download Unterschriftenbogen für die Cleantech-Initiative herunterladen

Blogrückblick #1 – Woche 7

Wordle

Wordle

Ganz neu! oder so… Ab jetzt mache ich immer am Sonntag einen Blogrückblick auf die vergangene Woche. Dabei besonders im Fokus stehen die Blogs in meiner Linkliste (schau nach rechts!).

So sieht Titus von der Augenreiberei, dass die Schweiz, das Land der Geheimnisse ist.

André Marty blickt auf die Geneva Initiative zurück und Gonorrea stellt den oscarnominierten Film Die Bucht – The Cove über die brutale Delphinjagd vor.

Auf Nichts ist klar. werden Verteilungsfragen gestellt – rhetorisch und das Blog mit Substanz gibt uns sieben Gründe, wieso die Ausschaffungsinitiative angenommen werden wird.

Bild von DavidErickson auf flickr

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