Archiv für das 'co2'-tag

Zwei Jahre AUTOLOS

Seit nun zwei Jahren gibt es AUTOLOS. Im ersten Posting von Florin damals am 29. Februar wurde das Projekt gestartet. Nicht nur einen Blog betreiben wir, sondern sind auch gut verankert in der Twittercommunity: Folge auch du @autolos!

@autolos

@autolos

Was damals galt, gilt heute immer noch: Autofahren hat keine Zukunft! Schon längst Realität ist das autolose Leben in den meisten Städten in Europa: Viele nutzen den öffentlichen Verkehr, das Velo, die eigenen Füsse. Wieso auch nicht. Schliesslich sind die Nachteile der rund vier Millionen Autos in der Schweiz besonders in den Städten spürbar: Lärm, dreckige Luft, hohe Unfallgefahr, enormer Platzverbrauch, …

Der Ausweg ist das eben von AUTOLOS präsentierte autolose Leben. Natürlich, ab und zu mag ein Auto ganz nützlich sein, aber wofür gibt es schliesslich das beste Auto der Welt? Wie beispielsweise Mobility?

Hannover auto(be)frei(t) (via thosch66 @flickr)

Hannover auto(be)frei(t) (via thosch66 @flickr)

Daneben gibt ja auch noch gute, schnelle Elektroautos, für alle, die nicht verzichten können. Allerdings zweifle ich stark an, ob Autos öko sein können. Ich mein, nicht, denn auch wenn zumindest keine Emissionen im Betrieb mehr anfallen, so ist doch bei der Produktion eine Menge Material und damit CO2 mit im Spiel. Die bereits genannten Probleme mit Platz, Unfallgefahr, etc. sind natürlich auch nicht vom Tisch.

Eigentlich am besten ist das Velo, der öV oder die eigenen Füsse, denn damit hat man nicht nur etwas für die Gesundheit getan, bewegt sich, kann den Kopf durchlüften, sondern ist auch leise, schnell und erst noch günstig unterwegs.

Ich bin mir, ganz genau gleich wie Florin, sicher, dass wir den richtigen Ansatz verfolgen. Das Ziel, die Ausrichtung stimmen und die letzten beiden Jahre geben uns recht. In diesem Sinne auf das nächste autolose Jahr!

Bild von thosch66 auf flickr

2009 war siebtwärmstes Jahr

Was war 2009 denn nicht alles. Finanzkrise, Obama, Kopenhagen, Wahlen im Iran, Lybienkrise und noch so vieles mehr.

Doch 2009 war auch ziemlich war. Um genau zu sein, war es das siebtwärmste Jahr seit dem Messbeginn vor knapp 150 Jahren.

Aletsch (via reifue @flickr)

Aletsch (via reifue @flickr)

Das liegt durchaus im Trend, denn seit ungefähr dreissig Jahren gehen die Temperaturen rapide nach oben. Auch befinden sich sechs der sieben heissesten Jahre in den letzten zehn Jahren!

Wenn sich die Schweiz im letzten Jahrzehnt um ein halbes Grad erwärmt, dann können wir auch sehen, wohin das führt und was bereits die Folgen sind.

Auch wenig erstaunlich ist, dass in den Bergen die Temperatur stärker ansteigt. So zeigen die Gegend um Chur und das Rhônetal weitaus grössere Erwärmungen, als das Flachland. Dort ist die Gefahr besonders beim Auftauen des Permafrostes, der sozusagen unsere Alpen zusammenhält.

Bild von reifue auf flickr

Vorschläge für gute Vorsätze

On the Road (via kristjant @flickr)

On the Road (via kristjant @flickr)

Die letzten Jahre habe ich mir keine Vorsätze mehr gemacht, denn normalerweise hat es dann eben doch nicht geklappt oder es war einfach wieder in Vergessenheit geraten. Doch dieses Mal soll es etwas anders werden und deshalb habe ich hier einmal Vorschläge für gute Vorsätze aufgelistet.

Persönlich habe ich mir den ersten ausgesucht: nächstes Jahr will ich durch ein weiterhin autoloses Leben und den etwas reduzierten Fleischkonsum meine CO2-Emissionen um zehn Prozent senken.

Auf jeden Fall ein schönes 2010!

Bild von kristjant auf flickr

Die grüne urbane Zukunft

In Hammarby Sjöstad ist die grüne Zukunft angekommen: Das ehemaligen Instrieviertel ist nun die beliebteste Wohngegend von Stockholm. Dies nicht einfach nur wegen der optimalen Lage nahe der Stadt und doch ruhig gelegen.

Hammarby Sjöstad ist interessant, weil dort neuste grüne Technologien angewendet werden. Eine Bewohnerin dieses Quartiers ist für gerade einmal die Hälfte der CO2-Emissionen einer durchschnittlichen Schwedin verantwortlich. So wird der Abfall getrennt, automatisch gesammelt und gleich recycliert. Auch die Wohnungen sind von der Wärmedämmung und Heizung auf neustem Stand.

Wichtig ist auch die Mobilität, welche zumindest hier (noch?) nicht zum Modell gehört. Im Sommer ist man schnell mit dem Langsamverkehr (Velo, Füsse, Inline-Skates, etc.) in der Stadt und für den kalten Teil des Jahres gibt es ja noch den öffentliche Verkehr.

Das Informationszentrum, welches ursprünglich für die BewohnerInnen selbst gedacht war, wird auch immer mehr von Auswärtigen besucht, die entweder gerne umweltfreundlich leben möchten oder sich über das Projekt informieren wollen. Ich denke, dass dieses Informationszentrum sehr wichtig ist, denn es ist doch manchmal ein Problem, nicht genau zu wissen, welche Alternative jetzt die wirklich beste ist. Da hilft es einem sicher, wenn Leute diese Infos haben und gleich noch um die Ecke sind.

Radio-Beitrag von DRS In Hammerby Sjöstad ist die Zukunft bereits Realität

Lichter in Hammarby Sjöstad (via Anders Adermark @flickr)

Lichter in Hammarby Sjöstad (via Anders Adermark @flickr)

Das Interessante an Hammarby Sjöstad ist nicht nur die Aufwertung einer Industriebrache, wie wir es momentan in Zürich und anderen europäischen Grossstädten sehen, sondern die gezielte Planung und den kompletten Einbezug der besten grünen Technik.

Natürlich kann man nun sagen, dass die hohen Preise das umweltfreundliche Wohnen nicht allen zugänglich machen. So können sich nur gutverdienende Paare, glücklicherweise oft Familien, die beliebten Wohnungen dort leisten. Das erscheint auf den ersten Blick sicher richtig, doch stellt sich bei genauerem Hinschauen als Fata Morgana heraus. Die hohen Mieten sind nur teilweise durch die teure Technik bedingt, vielmehr spielt die grosse Nachfrage eine Rolle.

Die Preise sind nicht zuletzt deshalb so hoch, weil Hammarby Sjöstad sehr attraktiv ist. So waren die Preise am Anfang trotz der Renovationen und diversen teuren Anlagen eher günstig, doch sie stiegen durch Marktmechanismen rasch an. Es ist also klar, dass man solche Viertel auch erstellen kann, ohne gleich die höchsten Preise zu verlangen. Deshalb kann das Modell, mit Anpassungen, auch auf andere Städte und Wohngegenden übertragen werden.

Gerade im Industriequartier von Zürich (Kreis 5) haben wir gesehen, wie man aus einer Industriebrache eine attraktive Wohngegend machen kann. Es ist höchste Zeit, dass sich unsere Stadtregierungen diesem Thema annehmen. Natürlich muss dabei immer auch darauf geschaut werden, dass das Preisniveau nicht steigt und durch die grosse Nachfrage nach oben gedrückt wird.

Die ganze Geschichte ist vegleichbar mit der Einführung des Katalysators, dort war die Schweiz ja führend in Europa. Wenn wir es zur Vorschrift machen, dass Neubauten und Totalsanierungen den Minergie-P-Standard haben müssen, können wir die Kosten für solche Projekte dramatisch senken.

Genauso wie bei den erneuerbaren Energien, wo man in Deutschland und auch Schweden kräftig vorwärts macht, nicht zuletzt zum Wohl der eigenen Arbeiter, so sind wir in der Schweiz wieder einmal auf dem besten Weg, diese Entwicklung zu verschlafen. Bereits gibt es weltweit mehrere dieser so genannten Öko-Städte. Wir haben auch massenhaft sanierungsbedürftige Wohnsiedlungen, denen man mit etwas Geschick sicher neuen Glanz verleihen kann.

Bild von Anders Adermark auf flickr

Drei Schritte zum 10:10-Ziel

Während in Kopenhagen zur Zeit kräftig diskutiert wird, ob und wie die Industrieländer ihre Emissionen senken wollen, müssen wir uns auch Gedanken machen, was schon machbar ist. Klar braucht es an vielen Enden und Ecken die Massnahmen aus der Politik, doch gewisse Einsparungen sind schon jetzt möglich.

Kohlekraftwerk (via Wigwam Jones @flickr)

Kohlekraftwerk (via Wigwam Jones @flickr)

Deshalb schlage ich die drei (wohl offensichtlichen) Schritte zum Klimaziel fürs nächste Jahr: In Grossbritannien läuft die 10:10-Kampagne, bei der sich Leute, Organisationen und Unternehmen verpflichten, nächstes Jahr 10 % weniger Treibhausgase zu emittieren. So erreicht man doch knapp die Hälfte der Reduktion bis 2020 in nur einem Jahr. Machbar ist es sicher: Weniger Fleisch essen, weniger fliegen und wenn, dann CO2-kompensiert, grüne Energie fürs Heizen brauchen, etc. Die letztendlich aber entscheidende Hürde ist, ob man es wirklich auch umsetzt und da ist auch bei mir das grösste Problem. Beispielsweise lässt sich die Heizung nicht ändern, weil man in einer Mietwohnung lebt; die Essensgewohnheiten sind schwer zu ändern; Fliegen ist leider nötig, wenn auch nur einmal pro Jahr.

Erster Schritt: Verzichten & Verringern – Das tönt zwar auf den ersten Blick dramatisch, ist es aber in den meisten Fällen gar nicht. Wer von 23°C auf 22°C Raumtemperatur hinuntergeht, spührt das gar nicht, spart aber viel Geld und Öl. Es ist auch möglich, die Abfälle zu verringern, indem auf die Verpackung geachtet wird und die Haushaltsabfälle nicht mit dem Kehrricht entsorgt werden.

Zweiter Schritt Ersetzen & neu Erfinden – Dieser Teil dürfte der spannendste und technischste sein. Beispielsweise gibt es Elektroautos, die genau den gleichen Dienst erweisen. Natürlich gehören auch Leuchtstoffröhren, LED-Lampen, aber auch neue Technologien wie Solarthermie und Windstrom hinhin. Einfach gesagt, alle erneuerbaren Energiequellen, die fossile Energieträger ersetzen oder Technologien, welche die Verbrennung von Treibstoffen überflüssig machen.

Dritter Schritt Geoengineering & Schadensabwehr – Da es im Moment nicht allzu rosig für ein griffiges Abkommen aussieht, brauchen wir – aber erst nachdem die beiden vorigen Schritte gemacht wurden – Massnahmen und Lösungen, um die Folgen des Klimawandels abzuwenden. Dazu zählen verschiedenste Vorschläge, wie etwa die weiss gestrichenen Dächer, Spiegel in der Atmosphäre oder Binden von CO2 in Kalk und Terra Preta. Diese Lösungen haben allerdings ihre Schwächen brauchen noch Zeit bis zur Reife. Ausserdem lösen sie das Problem von Umweltverschmutzung, -zerstörung und den begrenzten Resourcen nicht.

Bild von Wigwam Jones auf flickr