Archiv für das 'dänemark'-tag

Drei Schritte zum 10:10-Ziel

Während in Kopenhagen zur Zeit kräftig diskutiert wird, ob und wie die Industrieländer ihre Emissionen senken wollen, müssen wir uns auch Gedanken machen, was schon machbar ist. Klar braucht es an vielen Enden und Ecken die Massnahmen aus der Politik, doch gewisse Einsparungen sind schon jetzt möglich.

Kohlekraftwerk (via Wigwam Jones @flickr)

Kohlekraftwerk (via Wigwam Jones @flickr)

Deshalb schlage ich die drei (wohl offensichtlichen) Schritte zum Klimaziel fürs nächste Jahr: In Grossbritannien läuft die 10:10-Kampagne, bei der sich Leute, Organisationen und Unternehmen verpflichten, nächstes Jahr 10 % weniger Treibhausgase zu emittieren. So erreicht man doch knapp die Hälfte der Reduktion bis 2020 in nur einem Jahr. Machbar ist es sicher: Weniger Fleisch essen, weniger fliegen und wenn, dann CO2-kompensiert, grüne Energie fürs Heizen brauchen, etc. Die letztendlich aber entscheidende Hürde ist, ob man es wirklich auch umsetzt und da ist auch bei mir das grösste Problem. Beispielsweise lässt sich die Heizung nicht ändern, weil man in einer Mietwohnung lebt; die Essensgewohnheiten sind schwer zu ändern; Fliegen ist leider nötig, wenn auch nur einmal pro Jahr.

Erster Schritt: Verzichten & Verringern – Das tönt zwar auf den ersten Blick dramatisch, ist es aber in den meisten Fällen gar nicht. Wer von 23°C auf 22°C Raumtemperatur hinuntergeht, spührt das gar nicht, spart aber viel Geld und Öl. Es ist auch möglich, die Abfälle zu verringern, indem auf die Verpackung geachtet wird und die Haushaltsabfälle nicht mit dem Kehrricht entsorgt werden.

Zweiter Schritt Ersetzen & neu Erfinden – Dieser Teil dürfte der spannendste und technischste sein. Beispielsweise gibt es Elektroautos, die genau den gleichen Dienst erweisen. Natürlich gehören auch Leuchtstoffröhren, LED-Lampen, aber auch neue Technologien wie Solarthermie und Windstrom hinhin. Einfach gesagt, alle erneuerbaren Energiequellen, die fossile Energieträger ersetzen oder Technologien, welche die Verbrennung von Treibstoffen überflüssig machen.

Dritter Schritt Geoengineering & Schadensabwehr – Da es im Moment nicht allzu rosig für ein griffiges Abkommen aussieht, brauchen wir – aber erst nachdem die beiden vorigen Schritte gemacht wurden – Massnahmen und Lösungen, um die Folgen des Klimawandels abzuwenden. Dazu zählen verschiedenste Vorschläge, wie etwa die weiss gestrichenen Dächer, Spiegel in der Atmosphäre oder Binden von CO2 in Kalk und Terra Preta. Diese Lösungen haben allerdings ihre Schwächen brauchen noch Zeit bis zur Reife. Ausserdem lösen sie das Problem von Umweltverschmutzung, -zerstörung und den begrenzten Resourcen nicht.

Bild von Wigwam Jones auf flickr

Diskussion mit einem Klimawandel-Leugner

Leute wie Lord Monckton gibt es offenbar mehr, als man meint. Sie sind dummerweise aber sehr attraktiv für die Medien, denn offenbar ist es dort immer gut, wenn es “chlöpft”. Darum dürfen die auch, oft im Namen des Gleichgewichts, ihre Meinung zur besten Sendezeit herumerzählen. Viele sind auch in nicht ganz uneigennütziger Mission unterwegs, denn oft (wie

Ausgeglichene Berichterstattung ist ohne Zweifel wohl eines der wichtigsten Dinge der aktuellen Journalismus. Doch was viele beim Klimawandel für nötig halten, käme bei anderen Themen niemandem in den Sinn. Kein Journalist würde nach einem Beitrag über Raumfahrt jemanden einladen, der davon erzählt, wie nach seiner Meinung der Himmel eigentlich ein riesiger Teppich ist. (frei nach Dara O’Briain)

Auf dünnem Eis (via Grant MacDonald @flickr)

Auf dünnem Eis (via Grant MacDonald @flickr)

So sind denn auch zahlreiche Leute überzeugt, dass der Klimawandel nicht real sei, weil “es [im Winter] ja kalt ist”. Werbung für den Klimawandel kommt deshalb auch nicht nur schlecht an, wie Extra 3 zeigt.

Nun aber zum eigentlichen Thema, dieses Artikels, nämlich den Diskussionen mit Klimawandel-Leugnern. Sie verschwurbeln häufig die Fakten – und ja, es sind Fakten, deshalb kann man auch nicht an den Klimawandel “glauben”.

Was 2007 mit dem Film The Great Global Warming Swindle von Martin Durkins passierte, wird heute immer und immer wieder mit erstaunlichem Erfolg wiederholt. Wer also einem Klimawandel-Leugner gegenübertreten will, muss sich bewusst sein, dass es ziemlich schwierig ist, irgendwelche bizarren Ideen zu widerlegen.

Einlesen kann man sich beispielsweise in George Monbiots Blog, wer es lieber etwas technischer hat auf RealClimate und natürlich bei Grist: Hier findet man die wohl umfassendste Sammlung an Behauptungen von Klimawandel-Leugnern und direkt die ausführlichen und mit zahlreichen Daten gespickten Widerlegungen.

Grist series How to Talk to a Climate Skeptic: Responses to the most common skeptical arguments on global warming

Bild von Grant MacDonald auf flickr

Klimawandel in der Schweiz

Das Echo der Zeit berichtete gestern Abend im Dossier zum Klimawandel in der Schweiz. In Kopenhagen steht eben auch das Schicksal des Wintertourismus‘ und Landwirtschaft auf dem Spiel.

Probleme, die der Klimawandel bringt, sind bei uns insbesondere das fehlende Wasser in heissen Sommern, schmelzende Gletscher und schwindende Schneesicherheit in den Skigebieten.

Radiosendung Echo der Zeit vom 14. Dezember 09 auf DRS1

Alpen aus der Luft (via Bastien! @flickr)

Alpen aus der Luft (via Bastien! @flickr)

Im Hitzesommer 2003 war es nicht nur sehr heiss, sondern auch sehr trocken und wenn nun, die Landwirtschaft zehn-mal mehr Fläche bewässern muss, so ist die Konkurrenz ums Wasser im Wasserschloss Schweiz auch sehr gross.

Diverse Bergbahnen werden zudem Probleme bekommen mit den sich zurückziehenden Gletschern, welche die Schneesicherheit gefährden. Dazu wird unter 1000 m wohl kaum mehr mit Skifahren zu rechnen sein, wenn wir so weitermachen.

Die Lösungen sind bereits so vielfältig, dass hier nur die zwei aus dem Echo-Dossier kurz erzählt werden: So verbrauchen wir heute immer noch 40 % der Energie in der Schweiz fürs Heizen. Die Abhilfe hier sind massiv besser isolierte Häuser, beispielsweise könnten wir den Minergie P-Standard verbindlich für Neubauten und Totalsanierungen erklären.

Als weitere Lösung ist die konsequente Föderung alternativer Energien zu nennen: Wieso pumpen wir immer noch haufenweise Geld in steinreiche Ölstaaten, wenn wir hier Arbeitsplätze schaffen können? Das ungenutzte Holz in unseren Wäldern lässt sich nämlich prima verfeuern und die Kosten sind erst noch kleiner als beim Öl. Dann haben wir lokal aufgebaute Holz-Verwertungsketten, die Wertschöpfung bleibt also hier. Gerade in der jetzigen Krise mit 4.5 % Arbeitslosen, wäre das doch super!

Bild von Bastien! auf flickr

The Stupid Show – Live aus Kopenhagen

Die Stupid Show läuft seit gestern Abend jeden Tag um 20 Uhr live im Web.

The Stupid Show stupidshow.tv

The Stupid Show stupidshow.tv

Die Stupid Show kommt jeweils live aus dem Bella Center in Kopenhagen. Franny Armstrong, Regisseurin von The Age of Stupid, berichtet jeweils mit teilweise sehr prominenten Gästen über das aktuelle Geschehen an der Klimakonferenz.

Gestern waren Ed Miliband (Energie- und Klimaminister in Grossbritannien) und Jane Davidson (Umweltministerin von Wales) zu Gast. Die Sendung ist zwar manchmal sehr improvisiert, aber sehr unterhaltsam. Jeden Tag wird auch über die Aktionen im Konferenzzentrum berichtet und verschiedenste Akteure interviewt.

Wer via Twitter dabei sein möchte, kann Kommentare zur Sendung posten. Dazu einfach den Hashtag #stupidshow verwenden.

Comprehensive Copenhagen Climate Change Conference Coverage

Lappland (via villoks @flickr)

Lappland (via villoks @flickr)

Zu Beginn gleich meine Entschuldigung an alle, welche den Titel blöd finden: Sorry, aber die Aussicht auf eine solche Alliteration war einfach zu verlockend. ;-)

Heute beginnt die Klimakonferenz in Kopenhagen. Sie wird das wohl stark darüber entscheiden, ob und wie es mit diesem Planeten und der Spezies Mensch weitergehen wird. In der Zeit der Konferenz, also bis am 18. Dezember, werde ich regelmässig zur Klimaerwärmung und der Konferenz selbst schreiben. All das findest du unter dem Tag [cop15].

Wenn du der Konferenz folgen (*) möchtest oder weitere Infos zum Thema Klimawandel (#) brauchst, versuche die Links unten:

Wenn du der Klimadebatte auch auf Twitter folgen möchtest, so habe ich diese Channel anzubieten oder einfach meine Klimakonferenz-Liste:

Bild von villoks auf flickr