Archiv für das 'english'-tag

blekko – Suchen mit Slashtags

blekko, eine neue Suchmaschine, verspricht einiges und wird unter den Internetaffinen vermutlich auch Google einige Konkurrenz machen. Aktuell ist blekko nur die Beta-Variante online, Einladungen gibt es auf Twitter bei @blekko und auf Facebook.

blekko (beta)

blekko (beta)

Das neuartige an blekko ist die Möglichkeit der Slashtags, eine Eigenerfindung der Suchmaschine. Damit können einzelne oder mehrere Websites gezielt durchsucht werden. Somit werden die Suchergebnisse schon bei der Eingabe gefiltert. Mit alpen sommer /flickr wird auf Flickr nach Bildern zu den Begriffen “alpen” und “sommer” gesucht.

Eigentlich macht blekko etwas ähnliches wie Google seit neuem anbietet, nämlich das ausführliche Filtern der Suchergebnisse. Während bei Google aber das Filtern nach dem Suchen in einem zweiten Schritt erfolgt, kann bei blekko direkt vom Anfang an gefiltert werden.

Ob blekko der grosse neue Konkurrent von Google wird, wage ich zu bezweifeln. Allerdings sind die neuen Funktionen schon sehr interessant und sicher sind Leute, die viel im Internet unterwegs sind, eher bereit, auf die neue Suchmaschine umzusteigen. Bis jetzt ist leider der Index noch einigermassen klein, aber sicher wächst der bald rasch und ist dank den Slashtags bequem zu durchsuchen.

Auf noch grösseres Interessse dürfte blekko bei Webmastern und Developern stossen, denn anders als Google, Yahoo und Bing ist der Quellcode und Algorithmus der Suchmaschine offen. Auch kann man mit einem Klick auf SEO bei jedem Link die relevanten Daten wie eingehende und ausgehende Links anzeigen lassen.

Vorgestern hat auch die Sendung Computer und Kommunikation im Deutschlandfunk über blekko berichtet.

Neue Strategie der Musikindustrie

My Name Is George in concert

My Name Is George in concert

Nachdem es Radiohead bereits vorgemacht hat, zieht nun My Name Is George aus Winterthur nach: Das neuste Album gibt es auf ihrer Website gratis zum herunterladen! (via @jimynu)

Ich kann zwar nicht die genauen Hintergründe, die marketing-technischen Überlegungen und die Hintergedanken hinter diesem Gratisrelease erklären. Trotzdem freue ich mich sehr, dass auch Schweizer Bands neue Wege der Vermarktung ausprobieren.

Da die Musikindustrie es verschlafen hat, sich den neuen Trends anzupassen und diese mitzumachen, sinken nun ihre Verkäufe. Irgendwie erinnert das an die aktuelle Krise bei den traditionellen Zeitungen.

Ich vermute, dass diese Aktion von My Name Is George eine einmalige Sache ist. Sie soll wahrscheinlich mehr Leute für die Band begeistern und dann später für höhere Einnahmen bei Konzerten, Platten- und Merchandiseverkäufen sorgen.

Download the new album!

Download the new album!

Ich hoffe, dass die Musikindustrie daraus lernt. Sie macht ja auch immer noch kräftig Geld, beispielsweise in Online-Shops wie iTunes, wo bereits über eine Milliarde Songs heruntergeladen wurden.

Es mach auch Sinn, Titel einzeln anzubieten, denn zwar machen sich CDs und früher Platten gut im Regal, aber nicht alle wollen fünfundzwanzig Franken für zwei gute und fünf mittelprächtige Songs ausgeben. Also lieber nur die drei Franken für die zwei Titel bezahlen…

My Name Is George kann man auch live sehen!

Foto von Daniel Gasienica auf Flickr

Der Climategate und die Rolle der Medien

Auf der Suche nach der Antwort auf die Frage, wieso derart viele Menschen die Erwärmung der Erdatmosphäre abstreiten oder im besten Fall bezweifeln, dann muss man auch dringend die Medien und deren Berichterstattung analysieren. Nicht zuletzt aus deren immer noch zwanghafter Pro & Contra-Berichterstattung schliessen viele Leute, dass Debatte rund um den Klimawandel noch nicht ganz klar sei.

Verschiedenste Medien berichten ja auch sonst nicht immer gerade präzise, wie der BILDblog immer wieder aufs Neue zeigt. Dies ist auch teilweise eine Folge der Newsnetzisierung. Wenn es darum geht, möglichst gute Klickzahlen zu erreichen, ist versucht, sicher das eine oder andere Mal etwas reisserisch zu texten. Um mein Argument zu prüfen, reicht ein Blick auf die Liste der meistgelesenen Artikel und speziell deren Titel.

Natürlich, der Fehler liegt nicht derart krass bei den Medien, auch wenn man zumindest in den USA sagen kann, dass sie dem Thema zu wenig Beachtung schenken. Ein wichtiger Faktor für die Leugnung des Klimawandels ist auch, dass wir uns irgendwie im Stadium des Nichtwahrhabenwollen befinden. Offenbar löst die Aussicht auf all die negativen Folgen des Klimawandels und der Umweltverschmutzung eine Mischung aus Fatalismus (“Wir können ja gar nicht mehr dagegen tun.”) und Leugnung (“Das Klima wird nicht wärmer.” bzw. “Der Mensch ist nicht daran Schuld.”). Oft vermischen sich auch die beiden.

Artikel auf taz.de Climategate und die Achse des Blöden

Svalbard landscape (via Billyboy @flickr)

Svalbard landscape (via Billyboy @flickr)

Die Meinungsmache und schlechte Arbeit ist aber keineswegs neu. Bereits 2002 hat sich einer der zwar wenigen aber penetrantesten Klimawandel-Leugner, Dirk Maxeiner, in der für ihre Objektivität und journalistischen Qualitäten bekannten Weltwoche einen Artikel geschrieben: Die geistige Warmluftfront. Schon damals war es aber möglich, diese absurden Schlussfolgerungen auseinanderzunehmen, was ProClim gemacht hat.

Wer aber die durch Hacking gestohlenen Mails (ja, das Briefgeheimnis zählt auch bei elektronischer Post) genau liest, findet rasch heraus, dass der Inhalt weit weniger brisant ist, als es mancher Klimawandel-Leugner gerne hätte. Man lästert über “schlechte Arbeiten”, die man am liebsten nicht im IPCC-Report hätte, dann aber doch dort veröffentlicht. Es werden die Klimawandel-Leugner als “Idioten” bezeichnet und andere private Dinge ausgetauscht, darunter auch den “Trick”, mit dem die riesigen Datenmengen richtig verarbeitet und ausgewertet werden. Alles ganz normale Dinge, die man halt im Vertrauen in das Briefgeheimnis und den Institutsinformatiker macht.

Zum Schluss aber nochmals die taz, welche den – ihrer Meinung nach richtigen – Umgang mit dem Verwirrspiel darlegt. Irgenwie erinnert das ganze sowieso an die ähnliche Kampagne der Tabakkonzerne, die Rauchen weiterhin als nicht schädlich verkauften, als bereits lange klar war, dass Rauchen stark verantwortlich für Lungenkrebs ist.

[…] der menschgemachte Klimawandel ist längst keine Meinung mehr, er ist wissenschaftlich nach derzeitigem Kenntnisstand gesicherte Tatsache, und mit den „Skeptikern“ in der Klimaforschung ist es so, um zum Ausgangspunkt zurückzukommen, wie mit den Kreationisten und der Evolutionstheorie. Es wäre daher gut, die Medien würden sie auch ebenso behandeln. So lange dies nicht so ist, können Scharlatane wie Miersch und Maxeiner gut davon leben und ihre kruden Theorien in Artikel-, Interview- und vor allem Buchform prima absetzen. Quelle: Climategate und die Achse des Blöden, auf taz.de

Bild von Billyboy auf flickr

Avatar

Letzte Woche war ich im Kino und habe mir Avatar in 3D angeschaut. Toller Film, wenn vielleicht nicht gerade der Film des Jahrzehnts, so doch sicher einer mit Kultpotential.

Faszinierend sind vor allem die Landschaften, Wälder und Pflanzen. Gerade am Anfang ist der Flug durch den Nebelwald sehr gut gemacht. Während dem Film vergass ich oft, dass die ganzen Pflanzen und Landschaften gar nicht real, sondern komplett animiert sind. In 3D fliegen die Äste und Blätter realistisch nahe am Auge vorbei – hier ist diese Technologie ein wirklicher Gewinn.

Die Musik von James Horner ist einerseits super anzuhören, mit vielen ethnischen Instrumenten gespickt und passt bestens zum Film. Andererseits ist sie, obwohl teilweise pompös orchestral, nicht störend und meistens eher im Hintergrund.

Die Einflüsse, die James Cameron in diesen Film eingearbeitet hat, sind vielfältig und oft ziemlich offensichtlich. So tauchen Elemente aus Star Wars (Kampfroboter und die ganzen Helikopter) auf.

Ziemlich augenfällig sind auch die Anspielungen auf die Zerstöung des tropischen Regenwalds, den Irakkrieg (“Wir können nur mit einem Präventivschlag gewinnen!”), Gier der Menschheit nach Unobtainium, die Eroberung Amerikas und Vertreibung der Indianer durch die europäischen Siedler. Die Firma, welche die Minen betreibt und dafür Söldner anstellt, ist zweifellos ein Seitenhieb auf Grosskonzerne, die Rohstoffe in Entwicklungsländern plündern und den Söldnerskandal im Irak mit Blackwater.

Beeindruckend sind vor allem auch die animierten Landschaften. Man fliegt oft durch Bäume, über fliegende Berge und durch die Regenwaldfauna in einem solchen Tempo, dass die schnellen Schnitte kaum auffallen. Oft wurde auch darauf verzichtet, denn die Vegetation macht die Bilder oft sehr unübersichtlich und in 3D noch viel eindrucksvoller.

Als kleiner Tipp: Schaut euch den Film im Originalton an, denn die deutschen Synchronstimmen sind irgendwie recht schräg (wenn man einmal die englischen Originale gehört hat).

Bewertung 5-5Bewertung 5-5Bewertung 5-5Bewertung 5-5Bewertung 5-5

The Stupid Show – Live aus Kopenhagen

Die Stupid Show läuft seit gestern Abend jeden Tag um 20 Uhr live im Web.

The Stupid Show stupidshow.tv

The Stupid Show stupidshow.tv

Die Stupid Show kommt jeweils live aus dem Bella Center in Kopenhagen. Franny Armstrong, Regisseurin von The Age of Stupid, berichtet jeweils mit teilweise sehr prominenten Gästen über das aktuelle Geschehen an der Klimakonferenz.

Gestern waren Ed Miliband (Energie- und Klimaminister in Grossbritannien) und Jane Davidson (Umweltministerin von Wales) zu Gast. Die Sendung ist zwar manchmal sehr improvisiert, aber sehr unterhaltsam. Jeden Tag wird auch über die Aktionen im Konferenzzentrum berichtet und verschiedenste Akteure interviewt.

Wer via Twitter dabei sein möchte, kann Kommentare zur Sendung posten. Dazu einfach den Hashtag #stupidshow verwenden.