Auf der Suche nach der Antwort auf die Frage, wieso derart viele Menschen die Erwärmung der Erdatmosphäre abstreiten oder im besten Fall bezweifeln, dann muss man auch dringend die Medien und deren Berichterstattung analysieren. Nicht zuletzt aus deren immer noch zwanghafter Pro & Contra-Berichterstattung schliessen viele Leute, dass Debatte rund um den Klimawandel noch nicht ganz klar sei.
Verschiedenste Medien berichten ja auch sonst nicht immer gerade präzise, wie der BILDblog immer wieder aufs Neue zeigt. Dies ist auch teilweise eine Folge der Newsnetzisierung. Wenn es darum geht, möglichst gute Klickzahlen zu erreichen, ist versucht, sicher das eine oder andere Mal etwas reisserisch zu texten. Um mein Argument zu prüfen, reicht ein Blick auf die Liste der meistgelesenen Artikel und speziell deren Titel.
Natürlich, der Fehler liegt nicht derart krass bei den Medien, auch wenn man zumindest in den USA sagen kann, dass sie dem Thema zu wenig Beachtung schenken. Ein wichtiger Faktor für die Leugnung des Klimawandels ist auch, dass wir uns irgendwie im Stadium des Nichtwahrhabenwollen befinden. Offenbar löst die Aussicht auf all die negativen Folgen des Klimawandels und der Umweltverschmutzung eine Mischung aus Fatalismus (“Wir können ja gar nicht mehr dagegen tun.”) und Leugnung (“Das Klima wird nicht wärmer.” bzw. “Der Mensch ist nicht daran Schuld.”). Oft vermischen sich auch die beiden.
Climategate und die Achse des Blöden

Svalbard landscape (via Billyboy @flickr)
Die Meinungsmache und schlechte Arbeit ist aber keineswegs neu. Bereits 2002 hat sich einer der zwar wenigen aber penetrantesten Klimawandel-Leugner, Dirk Maxeiner, in der für ihre Objektivität und journalistischen Qualitäten bekannten Weltwoche einen Artikel geschrieben: Die geistige Warmluftfront. Schon damals war es aber möglich, diese absurden Schlussfolgerungen auseinanderzunehmen, was ProClim gemacht hat.
Wer aber die durch Hacking gestohlenen Mails (ja, das Briefgeheimnis zählt auch bei elektronischer Post) genau liest, findet rasch heraus, dass der Inhalt weit weniger brisant ist, als es mancher Klimawandel-Leugner gerne hätte. Man lästert über “schlechte Arbeiten”, die man am liebsten nicht im IPCC-Report hätte, dann aber doch dort veröffentlicht. Es werden die Klimawandel-Leugner als “Idioten” bezeichnet und andere private Dinge ausgetauscht, darunter auch den “Trick”, mit dem die riesigen Datenmengen richtig verarbeitet und ausgewertet werden. Alles ganz normale Dinge, die man halt im Vertrauen in das Briefgeheimnis und den Institutsinformatiker macht.
Zum Schluss aber nochmals die taz, welche den – ihrer Meinung nach richtigen – Umgang mit dem Verwirrspiel darlegt. Irgenwie erinnert das ganze sowieso an die ähnliche Kampagne der Tabakkonzerne, die Rauchen weiterhin als nicht schädlich verkauften, als bereits lange klar war, dass Rauchen stark verantwortlich für Lungenkrebs ist.
[…] der menschgemachte Klimawandel ist längst keine Meinung mehr, er ist wissenschaftlich nach derzeitigem Kenntnisstand gesicherte Tatsache, und mit den „Skeptikern“ in der Klimaforschung ist es so, um zum Ausgangspunkt zurückzukommen, wie mit den Kreationisten und der Evolutionstheorie. Es wäre daher gut, die Medien würden sie auch ebenso behandeln. So lange dies nicht so ist, können Scharlatane wie Miersch und Maxeiner gut davon leben und ihre kruden Theorien in Artikel-, Interview- und vor allem Buchform prima absetzen. Quelle: Climategate und die Achse des Blöden, auf taz.de
Bild von Billyboy auf flickr
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