Archiv für das 'erde'-tag

David Mitchell on Climate Change

Heute, aus zeitlichen Gründen, wieder nur ein einfacher Link beziehungsweise ein Video von David Mitchell, in dem er über den Klimawandel spricht.

Leserbrief: “Al Gore von der Kälte verfolgt”

Heute morgen ist mir ein Leserbrief eines gewissen Herrn Martin B. aus B ins Auge gestochen. Nicht, weil ich seine Meinung nicht teile, ihn beleidigend finde oder er sonstwie skurril ist. Es ist eigentlich schon fast banal: Hier macht ein Leugner des Klimawandels ein paar sehr interessante Bemerkungen, die ich Stück für Stück zerflücke. ;-) Was folgt ist der komplette Leserbrief, allerdings in mehrere verdauliche Stücke unterteilt.

Der Klima-Papst war also in Villigen, um vor der Klimakatastrophe durch die Erderwärmung zu warnen. Interessant ist jedoch, dass just zum offiziellen Sommeranfang das Wetter nicht Spalier stehen wollte, zur Lüge der Klimakatastrophe. Es war so ziemlich kalt für diese Jahreszeit.

Tja, nicht nur ist das falsch, es ist auch in diesem Bezug irrelevant. Erstens war der Juni zu warm, von zu kalt keine Spur. Zweitens muss das Wetter doch nicht Spalier stehen, wenn es um das Klima geht!? Klar, wenn ein Winter mit etwas mehr Schnee als üblich da ist, meinen auch viele, das sei jetzt der hieb- und stichfeste Beweis, dass es den Klimawandel so nicht gibt.

Seit 2004 hat man an verschiedensten Orten, wo Al Gore aufgetreten ist, Rekord-Minustemperaturen gemessen. Als Gore 2008 bei einer Anti-Erwärmungs-Klimakonferenz in Peru weilte, gab es dort sogar Kältetote – im Mai!

Uuuh… Hoffentlich kommt Gore diesen Sommer nicht bei mir vorbei, sonst kann ich die kurzen Hosen wieder in die Mottenkiste packen. Aber einmal ernsthaft: Wenn Menschen erfrieren, kann das mit vielen verschiedenen Ursachen zu tun haben, die in dem Fall aber mir unbekannt sind. Aufgrund davon aber zu schliessen es werde sogar kälter, ist ziemlich dreist. Ausserdem: Der Mai entspricht, ganz grob, ungefähr unserem November von der Jahreszeit her. Aber ich vermute, hier sitzt jemand vor dem Fernseher und regt sich auf, weil die Fussballer im doch so warmen Südafrika Thermounterwäsche tragen – im Juli!

Dass Klimaschwankungen existieren, bestreitet kein Mensch; gegen das Geschäft mit den vorgetäuschten Ursachen protestiert selbst der Himmel.

Naja, im vorigen Zitat bestreitest du ziemlich klar, dass hier eine Erwärmung stattfindet. Weiter im Text…

Noch etwas Brisantes zur Person von Al Gore. Es gibt bei seiner Predigt eine kleine Seltsamkeit, die man noch wissen sollte. Während er Regierungen rund um die Welt dazu dränkt, die CO2-Emissionen zu begrenzen, sodass die Unternehmen CO2-Ausgleichszertifikate kaufen müssen, ist er gleichzeitig Präsident und Gründer einer Kapitalbeteiligungsgesellschaft, die in eben diese Zertifikate investiert, um danach Milliarden daran zu verdienen.

Al Gore (via Juampe López)

Al Gore (via Juampe López)

Uhhh… brisant! Klar, scheint das seine Argumente zu untergraben, aber Al Gore ist ja auch kein Wissenschaftler, produziert die Daten also nicht selber. Mir sind da auch die Leute von Not Stupid und der 10:10-Kampagne wesentlich sympathischer. Die Reduktion von Treibhausgasen hat übrigens nichts mit dem Kauf von Zertifikaten zu tun. Zwar ist das eine Art Handel mit “Verschmutzungsrechten”, aber keineswegs müssen da alle mitmachen, wenn sie CO2-Emissionen reduzieren wollen. Eher besser wäre sogar, wenn da möglichst wenig mitmachen…

Es ist an der Zeit, dass wir die Augen öffnen und uns nicht weiter einschüchtern lassen von all der Panikmache, welche der Klima-Papst mit seiner Kirche namens Weltklimarat verbreitet. Eine wirkliche Katastrophe ist derzeit das ausfliessende Öl im Golf von Mexiko. Warum geschieht dort nichts?

Gut, nur weil man nicht die gleiche Meinung hat, ist noch lange nicht alles Panikmache. Sicher, einige versuchen mit eher anschaulichen Mitteln die Menschen über die Klimakrise zu informieren, denn wer würde die langweilige Variante (die es auch gibt) schon hören wollen. Das Drama um die Deepwater Horizon im Golf von Mexiko ist tatsächlich enorm übel. Dummerweise gibt es eben einen Zusammenhang zu unserer Ölsucht und dem Unfall. Auf jeden Fall stellt sich die Frage wieder von neuem, was wir opfern wollen fürs Öl.

Wie jemand aber auf die Idee kommen kann, dass hier nichts geschieht, ist mir dann aber schon extrem schleierhaft. Aber vielleicht arbeiten wir mit verschiedenen Definitionen von “passieren”. Einiges ist im Gange, aber ehrlich gesagt, sind Massnahmen extrem schwierig und heikel.

Wallpaper aus Nîmes

Vor ein paar Tagen habe ich aus zwei Fotos, die ich letzten Sommer in Nîmes geschossen habe, ein paar Wallpaper (Hintergrundbilder) gemacht.

Die beiden Motive sind von den Arènes de Nîmes, dem grossen Amphitheater im Zentrum der südfranzösischen Stadt.

Jedes Bild gibt es in total sechs Formaten. Einerseits jeweils in einem Seitenverhältnis von 4:3 oder 16:10 und dann jeweils in drei Grössen, damit sie auf fast jeden Bildschirm ohne grosse Anpassungen passen.

Die Wallpaper sind frei verfügbar und frei zum Gebrauch. Sie unterstehen wie alles hier (ausser den Bildern von Flickr) der Attribution-Non-Commercial-Share Alike 2.5 Switzerland-Lizenz. Weiterverbreiten, Verändern und selber Nutzen sind also erlaubt. Weiter Infos auf der Lizenz-Seite.

Einfach darauf klicken und “Ziel speichern” auswählen. Oder das Bild in einem neuen Tab öffnen.

Aschewolke im Blogrückblick #3 – Woche 16

Leider hatte ich die letzten paar Wochen wenig Zeit, man sieht es auch an der geringen Zahl von Artikeln. Doch nun lege ich wieder los.

Titus schlägt vor, die Aschewolke anzugreifen, weil der Bundesrat für die Schweizer Armee keinen klaren Auftrag finden kann. Politisch ist auch David, der den Entwurf das neue Parteiprogramm der SP analysiert und bewertet.

Eyjafjallajokull Volcano Eruption, Iceland (via DigitalGlobe-Imagery @flickr)

Eyjafjallajokull Volcano Eruption, Iceland (via DigitalGlobe-Imagery @flickr)

Die Aschewolke ist weitherum ein grosses Thema. Auf fokussiert.com findet man die besten Aschebilder oder auf dem Flickr-Blog. Eine Grafik von Information is beautiful zeigt aber schön, dass ausser dem Verkehrschaos auch kräftig Treibhausgase eingespart werden. Auf Twitter gibt es auch den #ashtag, für alle interessierten. ;-)

Das Echo der Zeit berichtet, wie ich finde, sehr gut und informativ. Dagegen war das 10vor10 gestern eindeutig übertrieben. ;-) Sackstark macht den Vergleich zum Rauchverbot und findet der fällt recht erstaunlich aus. Auch abseits solcher Vergleiche kursieren abstruse Befürchtungen, wie schädlich die Asche ist oder wie lange die ganze Sache noch dauert. Den Satz “Wir können noch nichts genaues sagen.” habe ich bis jetzt nur im Echo der Zeit gehört. Ansonsten scheint die Idee, dass grundlagenlose Spekulationen nur bedingt sinnvoll sind, eher weniger bekannt zu sein.

Foto von DigitalGlobe-Imagery auf Flickr

Ein kalter Winter

Genauso, wie “eine Schwalbe noch lange keinen Sommer macht“, so ist der momentane kalte Winter kein Beweis gegen den menschgemachten Klimawandel.

Auch wenn es ja nicht stimmt, geschrieben wird fleissig. So behauptete auch die Mail on Sunday, dass die Forschungsarbeiten von Mojib Latif aus dem aktuell kalten Winter Argumente gegen den menschgemachten Klimawandel ableiten liessen.

Eher ist das Gegenteil der Fall: Zwar ist der jetzige Winter schon einer der härteren seit längerem, aber beispielsweise das Eis der Arktis nimmt nicht zu, wie es sollte. Natülich ist auch das kein Beweis, aber wie mit all diesen Dingen ein Teil im Puzzle.

Aber überhaupt: Der jetztige Winter ist ein Einzelereignis, das gut auch eine Folge des Klimawandels sein könnte, wie Temperaturanomalien zeigen. Schliesslich war 2009 ein ziemlich warmes Jahr, obwohl der Winter extrem kalt war.

[…] Almost all the places where wealthy individuals with Internet connections live (chiefly the USA and Europe) just got cold at once. No wonder The Internet has trouble accepting that The World is getting warmer – everyone in their world says it’s freezing cold. […]

- Quelle MrMaude auf guardian.co.uk via @guardianeco

Interessante Beobachtung, denn tatsächlich liegen die Industrieländer im kühleren Bereich, während es in der Baffin Bay und nahe dem Nordpol über 8°C wärmer als normal ist. Diese Daten aus dem Dezember zeigen, wie sehr sich die Wahrnehmung duch Dinge wie ein kalter Winter beeinflussen lässt – oder eben durch die Medienberichterstattung.

Übrigens finde ich es erstaunlich, wie viel der Punkte aus meinen letzten Artikeln zum Thema bereits von Marcus Brigstocke in der Now Show angesprochen wurden.