Archiv für das 'freiheit'-tag

Oh Dear-ism

Der Oh Dear-ism ist bei uns angekommen. Vielleicht war er auch schon lange und schlich, getarnt als Gleichgültigkeit, durch die dunkelsten Ecken dieses Landes.

Auf jeden Fall ist mir gestern etwas aufgefallen. Gestern las ich auf 20min.ch einen Artikel über eine Aktion der JUSO. Sie verteilt vor dem heutigen Spiel Schweiz-Honduras Paninibildli mit getöteten Regimegegnern drauf, die während und nach dem Staatsstreich 2009 ums Leben kamen. Ich möchte mich zwar hier nicht die Aktion (man darf davon halten, was man will), den Staatsstreich oder irgendetwas in der Richtung besprechen, sondern die wie immer sehr aufschlussreichen Kommentare. Hier ein repräsentativer:

die bilder haben etwas den selben effekt wie die bilder auf dem zigarettenpäckli…kurz hinschauen und schockiert sein und dann sofort die nächste anzünden…haben sie wirklich die hoffnung das sich irgendetwas ändert? naja träumen soll erlaubt sein! — mike

Tegucigalpa, Honduras (von Fellowship of the Rich)

Tegucigalpa, Honduras (von Fellowship of the Rich)

Dieser Kommentar passt, von mir aus gesehen und mit vielen weiteren Kommentaren, in die Kategorie des Oh Dear-ism, wie Adam Curtis es im Video am Anfang beschreibt. Zu viele extrem tragische und herzzerreissende Meldungen hören wir jeden Tag, dass wir unterdessen gar nicht mehr an eine Veränderung glauben – und uns deshalb auch nicht mehr dafür einsetzen.

Was das bedeutet und wohin das führt, kann ich nicht abschliessend beurteilen. Für mich ist eine solche Haltung, wie sie mike oben ausdrückt aber sehr schade. Wer nicht mehr an Veränderung glaubt, eine bessere Welt will, daraufhin arbeitet und Ideen für morgen hat, hindert einen wohl urmenschlichen Trieb an seiner Entfaltung: den Fortschritt. Es geht aber nun nicht darum, wieder in alte Haltungen und Zeiten zurückzufallen. Wie das Video oben zeigt, waren einige der Hilfen auch kontraproduktiv.

Selbstverständlich muss man nicht ein 24-Stunden-News-Junkie sein, aber ein wenig Interesse, Hoffnung auf Besserung und ein kleiner Einsatz (auch wenn er nur geistig ist), können schon so manches bewegen. Viele Probleme sind schon halb gelöst, wenn sie erkannt sind…

Foto von Fellowship of the Rich auf Flickr

Schweden: Soziales Vorbild oder glückliche Ausnahme?

Stockholm Metro Blue Line (von findfado)

Stockholm Metro Blue Line (von findfado)

Heute gibt es nur einen kleinen Linktipp: Vorletztes Wochenende kam auf DRS 2 die wöchentliche Sendung International, diesmal zum Thema Schweden – ein Modell wird erwachsen.

Es geht dabei darum, wie Schweden den traditionellen Wohlfahrts- und Sozialstaat erhalten konnte, hinter dem die ganze politische Landschaft steht. Damit wurde erstaunlich erfolgreich der soziale Frieden erhalten.

Radiosendung Schweden – ein Modell wird erwachsen, eine Sendung von DRS 2

Foto von findfado auf Flickr

Mit Liebe zum Kommentar

Zu einem so emotionalen Thema wie dem Angriff Israels auf die “Freedom Flotilla” darf man viele Meinungen und Reaktionen erwarten. Die kommen dann natürlich auch, wenn man ihnen irgendwie die Möglichkeit gibt – und auch sonst.

Im Chor der Journi-Kritiker darf ich auch wieder einmal über das Newsnetz lästern – schaden kann es ja nicht.

Doch nicht nur die Nachrichtennetzer, auch das Schweizer Fernsehen bietet die Kommentarfunktion unter den Beiträgen an. Das Resultat ist oft übel genug, um bei einer ganzen Reihe professioneller Gastrokritiker ernsthafte Verdauungsprobleme hervorzurufen. Aus psychohygienischen Gründen, meiner LeserInnen und mir, verzichte ich hier auf Zitate. Wer dennoch wissen will, was ich meine, kann sich gerne einen Artikel zu einem populären, aber irrelevanten (respektive 20-Minuten-relevanten) Thema anschauen.

Moderierte Kommentare auf guardian.co.uk

Moderierte Kommentare auf guardian.co.uk

Auf jeden Fall, und um das geht es hier, will ich damit zeigen, wie es hier in der Schweiz gemacht wird. Der Guardian ist seit längerem ein Pionier des Onlinejournalismus: Alle Artikel sind online, bevor sie gedruckt werden. Das tut zwar der Auflage nicht gut, verhindert aber (zumindest meistens) Kurzschlüsse bei Veröffentlichen von Artikeln. Der Guardian macht sich aber nicht nur die Mühe, ein enorm gutes Onlineportal zu bieten. Die Zeitung ist auch, für Verhältnisse innerhalb des Reduits gesehen, sehr bemüht, die Kommentare zu kontrollieren.

Zwar fallen die meisten Kommentare und Kommentatoren in die Kategorie normal, mit Tastatur und sie bieten zuweilen durchaus gute Einblicke in die Geschehnisse. Doch mit einem vermutlich gut bestückten Moderatorenteam hat man die Idioten im Griff. Referenz gibt es unter den weiter oben erwähnten Artikeln. Diese haben absolut nichts zu suchen. Und nein, das hat nichts mit Zensur zu tun, aber die Leute, die immer sagen was sie denken, dürfen gerne auch ab und zu schweigen.

Und bevor mir hier vorgeworfen wird, ich wolle die Weltherrschaft übernehmen und die Meinungsfreiheit abschaffen, nur eine letzte Bemerkung: Wer tatsächlich Beleidigungen und intelektuellen Bodensatz ernsthaft mit der Meinungsfreiheit verteidigen will, sollte doch nochmals überlegen, ob wirklich alles als Meinung zählt. Es geht nicht darum, dass man nicht denken darf, was man will, aber manchen Leuten täte ein Filtersystem im Gehirn wirklich gut.

Killer(spiele) im Blogrückblick #2 – Woche 8

Schon die zweite Ausgabe des Blogrückblicks! Dieses Mal mit einem Schwerpunkt auf die Killer-Spiele.

Nintendo Gameboy (via wwarby @flickr)

Nintendo Gameboy (via wwarby @flickr)

In Isreal macht man Werbung mit Attentaten des Mossad, was mehr als nur einen schalen Beigeschmack hervorrufen dürfte.

David, der einen der wohl substanziellstenen Blog betreibt, stellt vier Fragen an Roland Näf, der so genannte Killer-Spiele am liebsten verbieten möchte. Zu diesem Thema ist auch der Beitrag im Echo der Zeit vom Freitag (Wie schädlich sind Killer-Spiele?) der die Frage mit ziemlichem Tiefgang versucht zu beantworten.

Kim meint auch, das Böse müsse verboten werden oder eben auch nicht. ;-)

Foto von wwarby auf Flickr

Grossdemo im Iran

Die Iranerinnen und Iraner geben nicht auf! Nachdem die Wahlen vom Mitte 2009 klar gefälscht wurden, gab es bereits grosse Demonstrationen, hartes Einschreiten des Regimes, viele Festgenommene, Gefolterte, etc.

Doch nun fordern die Leute, welche sich durch das Demonstrieren in grosse Gefahr begeben, ein weiteres Mal das Regime um Ahmadinedschad heraus. Offenbar sind auch bereits Schüsse auf Demonstranten gefallen!

Wer mehr zu den aktuellen Entwicklungen in Teheran und weiteren Städten im Iran wissen will, dem sei ein Besuch auf diesen Seiten empfohlen: