Auch wenn das Problem hier nicht so gross ist, Plastikstäcke sind nicht mehr zeitgemäss. Hier ein so genanntes “Mockumentary” über den majestätischen Plastiksack. ;-)
Auch wenn das Problem hier nicht so gross ist, Plastikstäcke sind nicht mehr zeitgemäss. Hier ein so genanntes “Mockumentary” über den majestätischen Plastiksack. ;-)
Wie die BBC berichtete und heute auch im Echo der Zeit zu hören war, will Ecuador in einem als besonders artenreich bekannten Stück Regenwald nicht nach Öl bohren. Für ein Land, dessen Exporte zu vierzig Prozent aus ebendiesem Öl bestehen, sicher ein mutiger Schritt.
Natürlich macht Ecuador das nicht gratis. Für 3.6 Milliarden Dollar soll aber ein Ölfeld nicht ausgebeutet werden. Das Geld sollen reiche Geberländer aus dem Norden in einen Fond einzahlen und die Zinsen gehen an Ecuador. So gibt es immer hin eine Sicherheit, falls man es sich im südamerikanischen Staat nochmals anders überlegen sollte. Die Zinsen kommen aber der Entwicklung der Region, der Förderung von Erneuerbaren Energien und dem Umweltschutz zugute.
Videoreportage aus Ecuador der BBC
Naturschutz statt Ölföderung in Ecuador im Echo der Zeit auf DRS
Ecuador signs $3.6bn deal not to exploit oil-rich Amazon reserve von The GuardianDer Nutzen des “Nichtausbeutens” dieser Öllager ist sogar dreifach: Erstens wird der Regenwald nicht weiter zerstört, auch wenn in anderen Regionen weiterhin Öl gefördert wird. Das langfristige Ziel steht aber, im ganzen Gebiet nicht mehr nach Öl zu bohren und keines mehr zu fördern. Zweitens wird das nicht geförderte Öl auch nicht verbrannt und so wird einiges an CO2 eben nicht emittiert. Drittens ist es unheimlich gut für die Biodiversität, nicht zuletzt auch deshalb, weil das ecuadorianische Beispiel Vorbild für andere Gegenden sein kann.
Foto von VSmithUK auf Flickr
Die Schweiz ist oft in Sachen Umweltschutz und Klimaschutz zwar fortschrittlich, will aber immer nur machen, was andere bereits tun. In Sektoren wie der Windenergie haben wir es verpasst, das unglaubliche Innovationspotential zu nutzen – nun bauen halt die Dänen und Deutschen massenweise Windturbinen.
Dafür verantwortlich ist nicht zuletzt das Parlament, welches – wie fast überall in den Industrieländern – durch eine mächtige Öllobby beeinflusst wurde. Doch wie verhalten sich eigentlich einzelne Politikerinnen und Politiker? Wie stimmen sie ab und wie stark setzen sie sich für Erneuerbare Energien ein?
Nun haben sechs Umweltorganisationen (Pro Natura, VCS, Schweizerische Energiestiftung, Greenpeace, BirdLife) eine Liste von Abstimmungen im Nationalrat zusammengestellt, die in die Wertung kamen. Nun ist das Abstimmungsverhalten seit einigen Jahren öffentlich einsehbar. Dies wurde nun angeschaut und für das Umweltrating 09 bewertet. Da sich die Ständerätinnen und Ständeräte seit langem gegen eine elektronische Abstimmungsanlage und damit gegen eine Dokumentation ihrer Abstimmungen wehren, wurden dort einfach ein paar Fragen gestellt, welche dann einige gar nicht beantworteten. Das genaue Vorgehen ist allerdings noch etwas komplizierter.
Nun, was sind die Resultate?
Eigentlich ist genau das herausgekommen, was man erwarten würde. Während sich linke Politikerinnen und Politiker (SP, Grüne, etc.) fast ausschliesslich im vordersten Teil der Rangliste aufhalten, sind die bürgerlichen eher gegen Ende anzutreffen. Auf den ersten dreissig Rängen gibt es fast nur Leute aus der SP und den Grünen. Der beste Vertreter der SVP rangiert auf 65 mit nur gerade 21% seiner abgegebenen Stimmen für die Umwelt! Die schlechtesten haben sogar immer gegen Umweltinteressen gestimmt.
Interessant sind auch die Filtermöglichkeiten nach Partei und Kanton. Wer, dem ich meine Stimme gegeben habe, hat sich wirklich für die Umwelt eingesetzt?
Foto von Jan Charles Linus Ekenstam auf Flickr
Wie ein Kommentator kürzlich hier schrieb, gebe es keine Leute, die den Klimawandel abstreiten. Sie würden lediglich den menschlichen Einfluss bestreiten. Um das einmal zu widerlegen und auch gleich die Lügen anzuschauen, hier zwei Videos.
via Climate Progress, Videos von Peter Sinclair
Offenbar hat der Wechsel im Weissen Haus Effekte, die wir nicht wirklich abschätzen können. Auch wenn das Klimaschutzgesetz abgeschossen wurde sind doch einige Lichtblicke erkennbar. Zum Beispiel, dass überhaupt ein solches Gesetz im Kongress diskutiert wird, anstatt dass unbeliebte Erkenntnisse der Behörden korrigiert werden.
Zu vielem anderen, dass die Obama-Administration am ändern ist, gibt David Axelrod in The Daily Show Auskunft.
Auch wenn es den USA noch Leid tun wird, dass sie dieses Gesetz nun nicht haben, so möchte ich kurz auf einen anderen Punkt aufmerksam machen.
Oft wird in Medien und im Internet vom Klimawandel (Climate Change) gesprochen. Und auch wenn es das grosse Problem ist, so sind die Zusammenhänge wesentlich vielfältiger. Nicht nur steht der Klimawandel nicht alleine da, sondern ist vielmehr ein einzelnes Element einer ganzen Problempalette. Auch die Faktoren und Konsequenzen sind derart komplex, dass es alleine mit Klimawandel oder Umweltverschmutzung erledigt wäre.
Deshalb gibt es seit einigen Jahren (erstmals erwähnt 1980, aber erst in den letzten Jahren wirklich populär) der Begriff Global Change. Es geht denn hier auch weniger um kleine und lokale Phänomene, sondern um globale.
Die USA haben seit gut zwanzig Jahren ein Forschungsprojekt zu diesem Thema laufen: das U.S. Global Change Research Program, kurz USGCRP. Wirklich interessante Ergebnisse werden da online veröffentlicht. Beispielsweise die Erkenntnis, dass die Gesundheit im Mittleren Westen durch zunehmende Hitzewellen beeiträchtigt ist.
Wenig verwunderlich ist es dann auch, dass diverse Behörden und Ministerien dabei beteiligt sind. Vom Verteidigungsministerium, über die NASA und dem Department of Transportation bis hin zum Aussenministerium sind viele Behörden dabei, dazu einige Wissenschaftsinstitutionen und natürlich auch die Umweltschutzbehörde. Auf jeden Fall zeigt die Einbindung verschiedener Partner, dass die Sache wichtig ist und hoffentlich ernst genommen wird.
Wie sieht es bei uns, in der Schweiz aus? Nun ja, das Bundesamt für Umwelt kümmert sich recht ausführlich um verschiedenste Aspekte, aber eine derart komplette Integration verschiedenster Departemente wie es die US-Amerikaner machen, sehe ich nicht. Hoffentlich wird auch die Arbeit des BAFU nicht behindert, wenn ein neuer, vielleicht bürgerlicher, Bundesrat nach Moritz Leuenbergers Rücktritt das Amt übernimmt. Die grösste Bremse ist aktuell aber im Parlament. Zwar gibt es scheinbar Mehrheiten für Klimaschutzziele, aber konkrete Massnahmen werden fast keine ergriffen.
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