In Hammarby Sjöstad ist die grüne Zukunft angekommen: Das ehemaligen Instrieviertel ist nun die beliebteste Wohngegend von Stockholm. Dies nicht einfach nur wegen der optimalen Lage nahe der Stadt und doch ruhig gelegen.
Hammarby Sjöstad ist interessant, weil dort neuste grüne Technologien angewendet werden. Eine Bewohnerin dieses Quartiers ist für gerade einmal die Hälfte der CO2-Emissionen einer durchschnittlichen Schwedin verantwortlich. So wird der Abfall getrennt, automatisch gesammelt und gleich recycliert. Auch die Wohnungen sind von der Wärmedämmung und Heizung auf neustem Stand.
Wichtig ist auch die Mobilität, welche zumindest hier (noch?) nicht zum Modell gehört. Im Sommer ist man schnell mit dem Langsamverkehr (Velo, Füsse, Inline-Skates, etc.) in der Stadt und für den kalten Teil des Jahres gibt es ja noch den öffentliche Verkehr.
Das Informationszentrum, welches ursprünglich für die BewohnerInnen selbst gedacht war, wird auch immer mehr von Auswärtigen besucht, die entweder gerne umweltfreundlich leben möchten oder sich über das Projekt informieren wollen. Ich denke, dass dieses Informationszentrum sehr wichtig ist, denn es ist doch manchmal ein Problem, nicht genau zu wissen, welche Alternative jetzt die wirklich beste ist. Da hilft es einem sicher, wenn Leute diese Infos haben und gleich noch um die Ecke sind.
In Hammerby Sjöstad ist die Zukunft bereits Realität

Lichter in Hammarby Sjöstad (via Anders Adermark @flickr)
Das Interessante an Hammarby Sjöstad ist nicht nur die Aufwertung einer Industriebrache, wie wir es momentan in Zürich und anderen europäischen Grossstädten sehen, sondern die gezielte Planung und den kompletten Einbezug der besten grünen Technik.
Natürlich kann man nun sagen, dass die hohen Preise das umweltfreundliche Wohnen nicht allen zugänglich machen. So können sich nur gutverdienende Paare, glücklicherweise oft Familien, die beliebten Wohnungen dort leisten. Das erscheint auf den ersten Blick sicher richtig, doch stellt sich bei genauerem Hinschauen als Fata Morgana heraus. Die hohen Mieten sind nur teilweise durch die teure Technik bedingt, vielmehr spielt die grosse Nachfrage eine Rolle.
Die Preise sind nicht zuletzt deshalb so hoch, weil Hammarby Sjöstad sehr attraktiv ist. So waren die Preise am Anfang trotz der Renovationen und diversen teuren Anlagen eher günstig, doch sie stiegen durch Marktmechanismen rasch an. Es ist also klar, dass man solche Viertel auch erstellen kann, ohne gleich die höchsten Preise zu verlangen. Deshalb kann das Modell, mit Anpassungen, auch auf andere Städte und Wohngegenden übertragen werden.
Gerade im Industriequartier von Zürich (Kreis 5) haben wir gesehen, wie man aus einer Industriebrache eine attraktive Wohngegend machen kann. Es ist höchste Zeit, dass sich unsere Stadtregierungen diesem Thema annehmen. Natürlich muss dabei immer auch darauf geschaut werden, dass das Preisniveau nicht steigt und durch die grosse Nachfrage nach oben gedrückt wird.
Die ganze Geschichte ist vegleichbar mit der Einführung des Katalysators, dort war die Schweiz ja führend in Europa. Wenn wir es zur Vorschrift machen, dass Neubauten und Totalsanierungen den Minergie-P-Standard haben müssen, können wir die Kosten für solche Projekte dramatisch senken.
Genauso wie bei den erneuerbaren Energien, wo man in Deutschland und auch Schweden kräftig vorwärts macht, nicht zuletzt zum Wohl der eigenen Arbeiter, so sind wir in der Schweiz wieder einmal auf dem besten Weg, diese Entwicklung zu verschlafen. Bereits gibt es weltweit mehrere dieser so genannten Öko-Städte. Wir haben auch massenhaft sanierungsbedürftige Wohnsiedlungen, denen man mit etwas Geschick sicher neuen Glanz verleihen kann.
Bild von Anders Adermark auf flickr
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