Archiv für das 'schweiz'-tag

Neue Strategie der Musikindustrie

My Name Is George in concert

My Name Is George in concert

Nachdem es Radiohead bereits vorgemacht hat, zieht nun My Name Is George aus Winterthur nach: Das neuste Album gibt es auf ihrer Website gratis zum herunterladen! (via @jimynu)

Ich kann zwar nicht die genauen Hintergründe, die marketing-technischen Überlegungen und die Hintergedanken hinter diesem Gratisrelease erklären. Trotzdem freue ich mich sehr, dass auch Schweizer Bands neue Wege der Vermarktung ausprobieren.

Da die Musikindustrie es verschlafen hat, sich den neuen Trends anzupassen und diese mitzumachen, sinken nun ihre Verkäufe. Irgendwie erinnert das an die aktuelle Krise bei den traditionellen Zeitungen.

Ich vermute, dass diese Aktion von My Name Is George eine einmalige Sache ist. Sie soll wahrscheinlich mehr Leute für die Band begeistern und dann später für höhere Einnahmen bei Konzerten, Platten- und Merchandiseverkäufen sorgen.

Download the new album!

Download the new album!

Ich hoffe, dass die Musikindustrie daraus lernt. Sie macht ja auch immer noch kräftig Geld, beispielsweise in Online-Shops wie iTunes, wo bereits über eine Milliarde Songs heruntergeladen wurden.

Es mach auch Sinn, Titel einzeln anzubieten, denn zwar machen sich CDs und früher Platten gut im Regal, aber nicht alle wollen fünfundzwanzig Franken für zwei gute und fünf mittelprächtige Songs ausgeben. Also lieber nur die drei Franken für die zwei Titel bezahlen…

My Name Is George kann man auch live sehen!

Foto von Daniel Gasienica auf Flickr

Zwei Jahre AUTOLOS

Seit nun zwei Jahren gibt es AUTOLOS. Im ersten Posting von Florin damals am 29. Februar wurde das Projekt gestartet. Nicht nur einen Blog betreiben wir, sondern sind auch gut verankert in der Twittercommunity: Folge auch du @autolos!

@autolos

@autolos

Was damals galt, gilt heute immer noch: Autofahren hat keine Zukunft! Schon längst Realität ist das autolose Leben in den meisten Städten in Europa: Viele nutzen den öffentlichen Verkehr, das Velo, die eigenen Füsse. Wieso auch nicht. Schliesslich sind die Nachteile der rund vier Millionen Autos in der Schweiz besonders in den Städten spürbar: Lärm, dreckige Luft, hohe Unfallgefahr, enormer Platzverbrauch, …

Der Ausweg ist das eben von AUTOLOS präsentierte autolose Leben. Natürlich, ab und zu mag ein Auto ganz nützlich sein, aber wofür gibt es schliesslich das beste Auto der Welt? Wie beispielsweise Mobility?

Hannover auto(be)frei(t) (via thosch66 @flickr)

Hannover auto(be)frei(t) (via thosch66 @flickr)

Daneben gibt ja auch noch gute, schnelle Elektroautos, für alle, die nicht verzichten können. Allerdings zweifle ich stark an, ob Autos öko sein können. Ich mein, nicht, denn auch wenn zumindest keine Emissionen im Betrieb mehr anfallen, so ist doch bei der Produktion eine Menge Material und damit CO2 mit im Spiel. Die bereits genannten Probleme mit Platz, Unfallgefahr, etc. sind natürlich auch nicht vom Tisch.

Eigentlich am besten ist das Velo, der öV oder die eigenen Füsse, denn damit hat man nicht nur etwas für die Gesundheit getan, bewegt sich, kann den Kopf durchlüften, sondern ist auch leise, schnell und erst noch günstig unterwegs.

Ich bin mir, ganz genau gleich wie Florin, sicher, dass wir den richtigen Ansatz verfolgen. Das Ziel, die Ausrichtung stimmen und die letzten beiden Jahre geben uns recht. In diesem Sinne auf das nächste autolose Jahr!

Bild von thosch66 auf flickr

Zwei Uiguren aufgenommen!

YES haben manche gesagt, als gestern Abend die Nachricht kam, dass zum Usbeken, der in Genf aufgenommen wurde, sich nun zwei Uiguren im Kanton Jura gesellen.

Die Schweiz scheint wieder die havarierte humanitäre Tradition wiederbeleben zu wollen. Das lässt hoffen.

Warum der Jura die zwei Uiguren aufnehmen will, darüber wird noch gemutmasst. Die offizielle, und meiner Meinung nach auch ehrliche, Begründung ist, dass man sich aus humanitären Gründen dafür einsetzt. Die beiden Brüder wurden jahrelang in Guantanamo festgehalten, vermutlich auch gefoltert – alles ohne Prozess, Anklage, Rechtsmittel. Sie jetzt freizulassen und wieder in die Gesellschaft zu integrieren, ist mehr als überfällig.

Mich freut auch, dass man nicht eingeknickt ist vor den chinesischen Drohungen und Warnungen, die beiden Uiguren seien gefährlich. Barack Obama hat am 22. Januar 2009, also bereits an seinem dritten Tag im Amt, angekündigt, Guantanamo zu schliessen.

Die Leute sind auch gar nicht alle gefährlich. Viele, ich meine sogar die meisten, wurden komplett unschuldig und zufällig gefangen genommen, dann brachte man sie nach Guantanamo auf Kuba. Für die Schweiz besteht kein Risiko, wenn wir diese Leute nun aufnehmen, was man auch immer erzählt.

Der Angriff der Symbolbilder

Tja, was wären wohl Zeitungen, TV und Newswebseiten ohne Symbolbilder. Normalerweise hat man ja genügend Material, sei es von professionellen Fotografen oder der so genannten Leserreporter.

Doch was, wenn es keine vernünftigen Bilder gibt, aber man einen Bericht in der Tagesschau bebildern muss? Dann nimmt man Symbolbilder. Ein besonders unterhaltsames Beispiel mit exzessivem Gebrauch von solchen eigentlich nichts sagenden Bildern brachte das 10 vor 10 am Montag.

In einem Bericht zum Datenklau und den Steuerbetrügern aus Deutschland, fand man offenbar nicht genügend gute Bilder, die aktuell und aussagekräftig sind. Logisch, denn das Thema ist sehr trocken und nur schwer visuell umzusetzen. Deshalb Symbolbilder. Man sieht unzählige CDs, wie sie in Computerlaufwerke geschoben werden, Zahlen rattern über den Bildschirm oder CDs baumeln über den neusten Zeitungen aus Deutschland. Herrlich!

Video auf dem SF Videoportal Illegaler Datenklau

Wer wissen will, wie ein generischer TV-Bericht aussieht:

Unser Verteidigungsreflex

Und wieder einmal: Jemand bietet ausländischen Behörden Daten von mutmasslichen Steuerzinterziehern an. Hier gehen natürlich die Wellen hoch, Bundesräte sind entsetzt und Finanzpolitiker reden von “modernem Bankraum” (Quelle: CVP-Nationalrat Pirmin Bischof auf dem Newsnetz).

Money (via _Teb @flickr)

Money (via _Teb @flickr)

Auch ein Blick auf die Seiten von DRS und der deutschen Tagesschau zeigt, wie schnell wir über solche Nachrichten in Alarmstimmung versetzt wrden, während es in Deutschland als wichtig, aber nicht als Topthema angesehen wird.

Ich finde es schon erstaunlich, dass wir zwar rhetorisch das Bankgeheimnis, die Kunden und damit auch viele Steuerhinterzieher beschützen, allerdings rascher einknicken, als die Bäume bei Lothar. Auch ist die Wut gross, doch wieso überhaupt? Ist es plötzlich legitim, wenn wir als Staat, ja gar als Nation Steuerbetrüger schützen?

Wenn man sich die enormen Summen anschaut, die über diverse zwielichtige Konstrukte offshore bei uns gelagert werden, muss man schon misstrauisch werden. Lohnt es sich, eine Branche zu unterstützen, die offensichtlich widerrechtlich handelt und uns international isoliert?

Komisch ist auch die Art und Weise, mit welcher die erstaunlich rasche Abschaffung des Bankgeheimnis’ aufgefasst wurde. In vielen Medien äusserten sich Politikerinnen und Bürger, dass mit dem Bankgeheimnis eine Schweizer Institution verschwinde. Ach ja… Und die Radikalkürzung bei der Arbeitslosenkasse ist dann ok? Stimmt, sie betrifft ja nur die Jungen, die wehren sich sowieso nicht…

Bild von _Teb auf flickr