Archiv für das 'schweiz'-tag

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Schweizer Klimadaten

Wind Farm (via warrenski auf Flickr)

Wind Farm (via warrenski auf Flickr)

Ein interessantes Tool, das ich gerade erst gefunden habe. Es zeigt die Veränderungen in Temperatur und Niederschlag seit dem Beginn der systematischen Messungen im Jahr 1864.

Link Schweizer Klimatrends von Meteoschweiz

Eine klare Beschleunigung ist sichbar, ohne Frage. Interessant ist zu sehen, wie sich die Trends entwickeln, jenachdem wie man den Trend auswählt.

Auch schön zu sehen sind einige Veränderungen der Jahreszeiten und besonders bei den Niederschlägen.

Foto von warrenski auf Flickr

MachMitMob 2010

Morgen findet der MachMitMob statt – eine Aktion auf Twitter. Den ganzen Tag wird zum Thema Nachhaltigkeit getwittert werden immer mit dem Hashtag #MachMit.

MachMitMob 2010

MachMitMob 2010

Damit soll das Thema #MachMit in die Trending Topic kommen und so mehr Aufmerksamkeit erlangen.

Die Unterstützung ist sehr breit und beispielsweise 1010 Deutschland ist dabei!

Also: Morgen den ganzen Tag fleissig tweeten zum Thema Nachhaltigkeit. Viel Spass!

Freispruch ohne Folgen?

Der so genannte Climate Gate scheint abgeschlossen zu sein. Die Wissenschaftler am CRU (Climate Research Unit) der University of East Anglia sind entlastet vom Vorwurf, Daten und Ergebnisse gefälscht zu haben. Einzige kleine Rüge: Sie sollten in Zukunft besser erklären, wieso gewisse abweichende Daten nicht mitberücksichtigt werden – pure Statistik.

ICESCAPE Mission (via nasa hq photo)

ICESCAPE Mission (via nasa hq photo)

Reicht das, um jetzt endlich vorwärts zu machen in Sachen Klimaschutz? Wohl kaum, denn obwohl sämtliche Fakten dagegen sprechen, halten viele (und leider auch Mehrheiten im Parlament) nichts von einem ernsthaften Klimaschutz.

Wer es nicht glaubt: Auch dieses Jahr ist bereits viel wärmer, als es sein sollte. Und auch wenn das noch keine Aussage ist, die allzu viel Gewicht haben sollte, das Jahr ist ja noch nicht vorbei, verrät es doch, was die Klimadaten der letzten Jahre zeigen. Fast jeder Monat für sich ist zu warm – und nicht zu kalt, wie einige meinen, nur weil es anfangs Sommer ein paar Tage regnete.

Schaut man die ganze Welt an, so sieht es ziemlich ähnlich aus. Der Planet schwitzt, was bereits die Daten aus dem ersten halben Jahr zeigen. Auch brechen weiterhin grosse Eisstücke aus den arktischen Gletschern.

Und noch etwas: Die Arktis schrumpft in bislang ungeahnt raschem Tempo. Im Juni verschwanden pro Tag rund 88’000 Quadratkilometer!

Wen das Thema, abseits dieser bizarren Diskussionen, interessiert, dem sei die Ausstellung 2 Grad in Basel empfohlen.

Foto von nasa hq photo auf Flickr

Leserbrief: “Al Gore von der Kälte verfolgt”

Heute morgen ist mir ein Leserbrief eines gewissen Herrn Martin B. aus B ins Auge gestochen. Nicht, weil ich seine Meinung nicht teile, ihn beleidigend finde oder er sonstwie skurril ist. Es ist eigentlich schon fast banal: Hier macht ein Leugner des Klimawandels ein paar sehr interessante Bemerkungen, die ich Stück für Stück zerflücke. ;-) Was folgt ist der komplette Leserbrief, allerdings in mehrere verdauliche Stücke unterteilt.

Der Klima-Papst war also in Villigen, um vor der Klimakatastrophe durch die Erderwärmung zu warnen. Interessant ist jedoch, dass just zum offiziellen Sommeranfang das Wetter nicht Spalier stehen wollte, zur Lüge der Klimakatastrophe. Es war so ziemlich kalt für diese Jahreszeit.

Tja, nicht nur ist das falsch, es ist auch in diesem Bezug irrelevant. Erstens war der Juni zu warm, von zu kalt keine Spur. Zweitens muss das Wetter doch nicht Spalier stehen, wenn es um das Klima geht!? Klar, wenn ein Winter mit etwas mehr Schnee als üblich da ist, meinen auch viele, das sei jetzt der hieb- und stichfeste Beweis, dass es den Klimawandel so nicht gibt.

Seit 2004 hat man an verschiedensten Orten, wo Al Gore aufgetreten ist, Rekord-Minustemperaturen gemessen. Als Gore 2008 bei einer Anti-Erwärmungs-Klimakonferenz in Peru weilte, gab es dort sogar Kältetote – im Mai!

Uuuh… Hoffentlich kommt Gore diesen Sommer nicht bei mir vorbei, sonst kann ich die kurzen Hosen wieder in die Mottenkiste packen. Aber einmal ernsthaft: Wenn Menschen erfrieren, kann das mit vielen verschiedenen Ursachen zu tun haben, die in dem Fall aber mir unbekannt sind. Aufgrund davon aber zu schliessen es werde sogar kälter, ist ziemlich dreist. Ausserdem: Der Mai entspricht, ganz grob, ungefähr unserem November von der Jahreszeit her. Aber ich vermute, hier sitzt jemand vor dem Fernseher und regt sich auf, weil die Fussballer im doch so warmen Südafrika Thermounterwäsche tragen – im Juli!

Dass Klimaschwankungen existieren, bestreitet kein Mensch; gegen das Geschäft mit den vorgetäuschten Ursachen protestiert selbst der Himmel.

Naja, im vorigen Zitat bestreitest du ziemlich klar, dass hier eine Erwärmung stattfindet. Weiter im Text…

Noch etwas Brisantes zur Person von Al Gore. Es gibt bei seiner Predigt eine kleine Seltsamkeit, die man noch wissen sollte. Während er Regierungen rund um die Welt dazu dränkt, die CO2-Emissionen zu begrenzen, sodass die Unternehmen CO2-Ausgleichszertifikate kaufen müssen, ist er gleichzeitig Präsident und Gründer einer Kapitalbeteiligungsgesellschaft, die in eben diese Zertifikate investiert, um danach Milliarden daran zu verdienen.

Al Gore (via Juampe López)

Al Gore (via Juampe López)

Uhhh… brisant! Klar, scheint das seine Argumente zu untergraben, aber Al Gore ist ja auch kein Wissenschaftler, produziert die Daten also nicht selber. Mir sind da auch die Leute von Not Stupid und der 10:10-Kampagne wesentlich sympathischer. Die Reduktion von Treibhausgasen hat übrigens nichts mit dem Kauf von Zertifikaten zu tun. Zwar ist das eine Art Handel mit “Verschmutzungsrechten”, aber keineswegs müssen da alle mitmachen, wenn sie CO2-Emissionen reduzieren wollen. Eher besser wäre sogar, wenn da möglichst wenig mitmachen…

Es ist an der Zeit, dass wir die Augen öffnen und uns nicht weiter einschüchtern lassen von all der Panikmache, welche der Klima-Papst mit seiner Kirche namens Weltklimarat verbreitet. Eine wirkliche Katastrophe ist derzeit das ausfliessende Öl im Golf von Mexiko. Warum geschieht dort nichts?

Gut, nur weil man nicht die gleiche Meinung hat, ist noch lange nicht alles Panikmache. Sicher, einige versuchen mit eher anschaulichen Mitteln die Menschen über die Klimakrise zu informieren, denn wer würde die langweilige Variante (die es auch gibt) schon hören wollen. Das Drama um die Deepwater Horizon im Golf von Mexiko ist tatsächlich enorm übel. Dummerweise gibt es eben einen Zusammenhang zu unserer Ölsucht und dem Unfall. Auf jeden Fall stellt sich die Frage wieder von neuem, was wir opfern wollen fürs Öl.

Wie jemand aber auf die Idee kommen kann, dass hier nichts geschieht, ist mir dann aber schon extrem schleierhaft. Aber vielleicht arbeiten wir mit verschiedenen Definitionen von “passieren”. Einiges ist im Gange, aber ehrlich gesagt, sind Massnahmen extrem schwierig und heikel.

Kopenhagen Velo City 2010

Kopenhagen hat grosse Ambitionen. Die Hauptstadt Dänemarks will eine Velo-Stadt werden und sein. Sie ist schon in weiten Bereichen unglaublich fortgeschritten. So existieren fast überall separat abgetrennte Velospuren, die zur grösseren Sicherheit noch durch einen Randstein abgetrennt sind. An Kreuzungen gibt es blaue Streifen, auf denen die Velos Vortritt haben und auch sonst, ist man auf zwei Rädern extrem gut unterwegs.

Offenbar war gerade eben die Copenhagen Cycle Parade 2010 und die sowieso veloverrückten Dänen haben daraus mehr ein Volksfest, als eine Demo gemacht. Würde uns sicher auch ab und zu gut tun…

Mit dem Ziel vor Augen, bis 2025 CO2-neutral zu werden, setzt Kopenhagen auf diverse Projekte. So gibt es CO2-neutrale Restaurants, Hotels und Webseiten. Ganz entscheidend, weil eben nicht nur klimafreundlich, ist der Verkehr. Hier kommen Klimaschutz, “Public Health”, Lebensqualität und Verkehrprobleme zusammen. Als Stadt der VelofahrerInnen spricht man in Kopenhagen nicht nur über Pläne zur Nachhaltigkeit, für besseren Verkehrsfluss und weniger Treibhausgase, sie werden umgesetzt.

Copenhagen Cycle Parade 2010 (via tulenheimo)

Copenhagen Cycle Parade 2010 (via tulenheimo)

Interessant in dem Zusammenhang sind auch einige Statistiken. Knapp vierzig Prozent der Leute pendeln mit dem Velo zur Arbeit. Täglich werden damit 1.2 Millionen Kilometer zurückgelegt. Spannend sind auch die Gründe, welche die Menschen angeben, wieso sie auf einem Velo unterwegs sind. 57 % sagen, es sei einfach und schnell, 22 % sehen darin ein tägliches Training. Sehr erstaunlich ist auch die Geschwindigkeit. Auf dem Velo ist man mit 16 km/h unterwegs, mit dem Auto sind es 27 km/h. Das ist zwar ein deutlicher Unterschied, aber wenn man bedenkt, dass 16 km/h im Mittel sehr schnell ist für ein Velo in der Stadt, so dürfte es sich doch lohnen, umzusteigen.

If we want to promote cycling in big cities in the UK, we should do as the Danes do.” — Guardian

Was der Guardian es für Grossbritannien richtig bemerkt hat, stimmt auch für die Schweiz. Wir müssen dringend die Infrastruktur für den Langsamverkehr ausbauen. Schliesslich gibt es gute Gründe fürs Velofahren. Auch wenn wir alle unter Lärm, Dreckluft und Stau leiden, so kommen aus der Politik aktuell noch nicht die Impulse für mehr Langsamverkehr.

Viel ist noch zu tun und die ambitionierten Klimaziele des Parlaments werden ohne Massnahmen auch nicht umgesetzt. Als ersten Schritt würde ich gerne eine ähnlich ambitionierte Cycle Policy sehen. Knallharte, hohe Ziele für die nächsten fünfzehn Jahre.

Foto: tulenheimo auf Flickr

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