Heute morgen ist mir ein Leserbrief eines gewissen Herrn Martin B. aus B ins Auge gestochen. Nicht, weil ich seine Meinung nicht teile, ihn beleidigend finde oder er sonstwie skurril ist. Es ist eigentlich schon fast banal: Hier macht ein Leugner des Klimawandels ein paar sehr interessante Bemerkungen, die ich Stück für Stück zerflücke. ;-) Was folgt ist der komplette Leserbrief, allerdings in mehrere verdauliche Stücke unterteilt.
Der Klima-Papst war also in Villigen, um vor der Klimakatastrophe durch die Erderwärmung zu warnen. Interessant ist jedoch, dass just zum offiziellen Sommeranfang das Wetter nicht Spalier stehen wollte, zur Lüge der Klimakatastrophe. Es war so ziemlich kalt für diese Jahreszeit.
Tja, nicht nur ist das falsch, es ist auch in diesem Bezug irrelevant. Erstens war der Juni zu warm, von zu kalt keine Spur. Zweitens muss das Wetter doch nicht Spalier stehen, wenn es um das Klima geht!? Klar, wenn ein Winter mit etwas mehr Schnee als üblich da ist, meinen auch viele, das sei jetzt der hieb- und stichfeste Beweis, dass es den Klimawandel so nicht gibt.
Seit 2004 hat man an verschiedensten Orten, wo Al Gore aufgetreten ist, Rekord-Minustemperaturen gemessen. Als Gore 2008 bei einer Anti-Erwärmungs-Klimakonferenz in Peru weilte, gab es dort sogar Kältetote – im Mai!
Uuuh… Hoffentlich kommt Gore diesen Sommer nicht bei mir vorbei, sonst kann ich die kurzen Hosen wieder in die Mottenkiste packen. Aber einmal ernsthaft: Wenn Menschen erfrieren, kann das mit vielen verschiedenen Ursachen zu tun haben, die in dem Fall aber mir unbekannt sind. Aufgrund davon aber zu schliessen es werde sogar kälter, ist ziemlich dreist. Ausserdem: Der Mai entspricht, ganz grob, ungefähr unserem November von der Jahreszeit her. Aber ich vermute, hier sitzt jemand vor dem Fernseher und regt sich auf, weil die Fussballer im doch so warmen Südafrika Thermounterwäsche tragen – im Juli!
Dass Klimaschwankungen existieren, bestreitet kein Mensch; gegen das Geschäft mit den vorgetäuschten Ursachen protestiert selbst der Himmel.
Naja, im vorigen Zitat bestreitest du ziemlich klar, dass hier eine Erwärmung stattfindet. Weiter im Text…
Noch etwas Brisantes zur Person von Al Gore. Es gibt bei seiner Predigt eine kleine Seltsamkeit, die man noch wissen sollte. Während er Regierungen rund um die Welt dazu dränkt, die CO2-Emissionen zu begrenzen, sodass die Unternehmen CO2-Ausgleichszertifikate kaufen müssen, ist er gleichzeitig Präsident und Gründer einer Kapitalbeteiligungsgesellschaft, die in eben diese Zertifikate investiert, um danach Milliarden daran zu verdienen.

Al Gore (via Juampe López)
Uhhh… brisant! Klar, scheint das seine Argumente zu untergraben, aber Al Gore ist ja auch kein Wissenschaftler, produziert die Daten also nicht selber. Mir sind da auch die Leute von Not Stupid und der 10:10-Kampagne wesentlich sympathischer. Die Reduktion von Treibhausgasen hat übrigens nichts mit dem Kauf von Zertifikaten zu tun. Zwar ist das eine Art Handel mit “Verschmutzungsrechten”, aber keineswegs müssen da alle mitmachen, wenn sie CO2-Emissionen reduzieren wollen. Eher besser wäre sogar, wenn da möglichst wenig mitmachen…
Es ist an der Zeit, dass wir die Augen öffnen und uns nicht weiter einschüchtern lassen von all der Panikmache, welche der Klima-Papst mit seiner Kirche namens Weltklimarat verbreitet. Eine wirkliche Katastrophe ist derzeit das ausfliessende Öl im Golf von Mexiko. Warum geschieht dort nichts?
Gut, nur weil man nicht die gleiche Meinung hat, ist noch lange nicht alles Panikmache. Sicher, einige versuchen mit eher anschaulichen Mitteln die Menschen über die Klimakrise zu informieren, denn wer würde die langweilige Variante (die es auch gibt) schon hören wollen. Das Drama um die Deepwater Horizon im Golf von Mexiko ist tatsächlich enorm übel. Dummerweise gibt es eben einen Zusammenhang zu unserer Ölsucht und dem Unfall. Auf jeden Fall stellt sich die Frage wieder von neuem, was wir opfern wollen fürs Öl.
Wie jemand aber auf die Idee kommen kann, dass hier nichts geschieht, ist mir dann aber schon extrem schleierhaft. Aber vielleicht arbeiten wir mit verschiedenen Definitionen von “passieren”. Einiges ist im Gange, aber ehrlich gesagt, sind Massnahmen extrem schwierig und heikel.
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