Die Schweiz ist oft in Sachen Umweltschutz und Klimaschutz zwar fortschrittlich, will aber immer nur machen, was andere bereits tun. In Sektoren wie der Windenergie haben wir es verpasst, das unglaubliche Innovationspotential zu nutzen – nun bauen halt die Dänen und Deutschen massenweise Windturbinen.
Dafür verantwortlich ist nicht zuletzt das Parlament, welches – wie fast überall in den Industrieländern – durch eine mächtige Öllobby beeinflusst wurde. Doch wie verhalten sich eigentlich einzelne Politikerinnen und Politiker? Wie stimmen sie ab und wie stark setzen sie sich für Erneuerbare Energien ein?
Nun haben sechs Umweltorganisationen (Pro Natura, VCS, Schweizerische Energiestiftung, Greenpeace, BirdLife) eine Liste von Abstimmungen im Nationalrat zusammengestellt, die in die Wertung kamen. Nun ist das Abstimmungsverhalten seit einigen Jahren öffentlich einsehbar. Dies wurde nun angeschaut und für das Umweltrating 09 bewertet. Da sich die Ständerätinnen und Ständeräte seit langem gegen eine elektronische Abstimmungsanlage und damit gegen eine Dokumentation ihrer Abstimmungen wehren, wurden dort einfach ein paar Fragen gestellt, welche dann einige gar nicht beantworteten. Das genaue Vorgehen ist allerdings noch etwas komplizierter.
Nun, was sind die Resultate?
Eigentlich ist genau das herausgekommen, was man erwarten würde. Während sich linke Politikerinnen und Politiker (SP, Grüne, etc.) fast ausschliesslich im vordersten Teil der Rangliste aufhalten, sind die bürgerlichen eher gegen Ende anzutreffen. Auf den ersten dreissig Rängen gibt es fast nur Leute aus der SP und den Grünen. Der beste Vertreter der SVP rangiert auf 65 mit nur gerade 21% seiner abgegebenen Stimmen für die Umwelt! Die schlechtesten haben sogar immer gegen Umweltinteressen gestimmt.
Interessant sind auch die Filtermöglichkeiten nach Partei und Kanton. Wer, dem ich meine Stimme gegeben habe, hat sich wirklich für die Umwelt eingesetzt?
Foto von Jan Charles Linus Ekenstam auf Flickr



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