Archiv für das 'sp'-tag

umweltrating.ch – Politik für die Umwelt

Windturbinen in Falkenberg (via Jan Charles Linus Ekenstam)

Windturbinen in Falkenberg (via Jan Charles Linus Ekenstam)

Die Schweiz ist oft in Sachen Umweltschutz und Klimaschutz zwar fortschrittlich, will aber immer nur machen, was andere bereits tun. In Sektoren wie der Windenergie haben wir es verpasst, das unglaubliche Innovationspotential zu nutzen – nun bauen halt die Dänen und Deutschen massenweise Windturbinen.

Dafür verantwortlich ist nicht zuletzt das Parlament, welches – wie fast überall in den Industrieländern – durch eine mächtige Öllobby beeinflusst wurde. Doch wie verhalten sich eigentlich einzelne Politikerinnen und Politiker? Wie stimmen sie ab und wie stark setzen sie sich für Erneuerbare Energien ein?

Nun haben sechs Umweltorganisationen (Pro Natura, VCS, Schweizerische Energiestiftung, Greenpeace, BirdLife) eine Liste von Abstimmungen im Nationalrat zusammengestellt, die in die Wertung kamen. Nun ist das Abstimmungsverhalten seit einigen Jahren öffentlich einsehbar. Dies wurde nun angeschaut und für das Umweltrating 09 bewertet. Da sich die Ständerätinnen und Ständeräte seit langem gegen eine elektronische Abstimmungsanlage und damit gegen eine Dokumentation ihrer Abstimmungen wehren, wurden dort einfach ein paar Fragen gestellt, welche dann einige gar nicht beantworteten. Das genaue Vorgehen ist allerdings noch etwas komplizierter.

Nun, was sind die Resultate?

Eigentlich ist genau das herausgekommen, was man erwarten würde. Während sich linke Politikerinnen und Politiker (SP, Grüne, etc.) fast ausschliesslich im vordersten Teil der Rangliste aufhalten, sind die bürgerlichen eher gegen Ende anzutreffen. Auf den ersten dreissig Rängen gibt es fast nur Leute aus der SP und den Grünen. Der beste Vertreter der SVP rangiert auf 65 mit nur gerade 21% seiner abgegebenen Stimmen für die Umwelt! Die schlechtesten haben sogar immer gegen Umweltinteressen gestimmt.

Interessant sind auch die Filtermöglichkeiten nach Partei und Kanton. Wer, dem ich meine Stimme gegeben habe, hat sich wirklich für die Umwelt eingesetzt?

Foto von Jan Charles Linus Ekenstam auf Flickr

[Parteiwebseiten] Sozialdemokratische Partei SP

In der Serie des Parteiwebseitentests sind wir beim fünften Teil angelangt: Heute geht es um die Webseite der Sozialdemokratischen Partei. Alle getesteten Parameter sind im ersten Artikel aufgeführt. Alle Artikel sind unter dem Tag parteiwebseiten zu finden.

Die Sozialdemokratische Partei (SP) existiert schon seit einem guten Jahrhundert. Sie enstand aus den Arbeiterbewegungen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, ist heute aber keine Klientelpartei mehr.

Sozialdemokratische Partei (sp-ps.ch)

Sozialdemokratische Partei (sp-ps.ch)

Die Seite der SP ist punkto Ladegeschwindigkeit auch nicht allzu gut. YSlow gibt ihr die Note D und den Performance-Score 62. Das hängt vor allem mit vielen Requests für externe JavaScripts und CSS-Files zusammen. Die Seite braucht 45 HTTP-Requests, davon zwölf für CSS-Dateien. Am schwersten (bytemässig) wiegen die Bilder: Insgesamt gute 300 KB an Bildern werden geladen. Da braucht ein schneller Server länger, in diesem Fall 6.7 Sekunden. Insgesamt werden 474 KB geladen. Super ist, und dafür gibt es ein dickes Lob, dass die Seite der SP (sp-ps.ch) validen Code produziert!

Die SP setzt Typo3 als CMS ein, also etwas für Profis. Leider sind die URLs nicht ganz so gelungen. Zwar sind es mit Abstand die kürzesten URLs, was gut für EMails aber schlecht fürs manuelle Eintippen ist. Eine typische URL sieht mit http://sp-ps.ch/index.php?id=5 zwar kurz aus und kann gar noch auf http://sp-ps.ch/?id=5 zusammengekürzt werden. Allerdings ist die Verwendung von GET-Parametern (alles nach dem Fragezeichen) nicht gerade sauber und praktisch zum eintippen. Sinnvolle URLs werden bei Kampagnen verwendet, so etwa http://sp-ps.ch/petition, die Seite aber selbst kann auch wesentlich komplexere URLs erzeugen: http://www.sp-ps.ch/index.php?id=20&action=detail&uid=4659&L=0.

Im Grossen und Ganzen sieht sie Webseite sehr übersichtlich aus. Wichtige Links (Kampagnen, Medien, Partei, Positionen) sind deutlich hervorgehoben. Eine jeweils aktuelle Sache ist hervorgehoben (siehe oben links) und die wichtigen Meta-Links (Newsletter, Beitritt, Kontakt, etc.) sind leicht zu finden. Leider wäre eine ganze komplette Navigationsleiste durchaus eine gute Idee. Die Beschränkung auf die etwas allgemeinen Begriffe führt vielleicht zu ein paar verwirrten Besuchern, aber da weiss die Statistik sicher mehr. Positiv ist dabei allerdings, dass man schnell den Überblick hat.

Die neusten Communiqués findet man aufgelistet am Ende der Frontseite, die erfreulich kurz und praktisch gestaltet ist. Weitere gibt es dann mit einem weiteren Klick auf die Jahresarchive. Schlicht, schnörkellos und funktionell. Nach den Positionen muss die geneigte Besucherin nicht lange suchen, denn einer der erwähnten vier hervorgehobenen Menüpunkte ist direkt so benannt. Dort begegnet man gleich diversen Themenfeldern. Praktisch ist auch, dass gleich anschliessend neuste Vernehmlassungen, Medienkonferenzen und in der Liste rechts gleich noch Parteiprogramm, Positionspapiere, Reden, Resolutionen sowie diverse weitere Dokumente findet. Wiederum: schlicht, sauber und gut gelöst.

Die Webseite der SP schliesst im Fazit sehr gut ab. Zwar sind die URLs nicht wirklich alltagstauglich, aber für die wirklich wichtigen Dinge (eben Petitionen, etc.) gibt es schöne URLs. Auch wenn man im Header einigen Platz zu vergeben scheint, beruhigt das die Seite doch enorm. Auch die gelungenen vier Spalten sind benutzerfreundlich. Hier findet man alles rasch, auch wenn die Suchfunktion leider gut versteckt ist.

Endlich ein Schritt beim CO2-Sparen

Greenpeace-Schiff in Ost-Grönland

Greenpeace-Schiff in Ost-Grönland

Nachdem der Nationalrat noch gestern als “mutlos” bezeichnet wurde, hat sich das Resultat am späten Abend noch geändert.

Der Nationalrat will, gegen den Widerstand der Erdölwirtschaft (a.k.a. FDP) und Klimawandelleugner (a.k.a. SVP) doch zwanzig Prozent CO2 einsparen – bis 2020! Also nicht ein 10:10, sondern ein 20:20. Das scheint doch ein grosser Schritt in der zuletzt doch sehr verknorzten Schweizer Klimadebatte.

Artikel 20 Prozent weniger CO2-Ausstoss im Inland

Besonders freut es mich auch, dass man sämtliche Einsparungen im Inland machen will. Das macht wirtschaftlich und auch moralisch Sinn. Auch wenn das 20:20-Ziel gleich ist, wie dasjenige der EU, so ist es doch etwas schade, dass der Nationalrat beim Autoimport nachgegeben hat.

Wie auch immer: Ein (zumindest vorläufiger) Erfolg fürs Klima!

Parteiwebseiten im Test

Bereits vor einiger Zeit habe ich einmal die Webseiten der Parteien durchgeschaut und bewertet. Doch dieser Artikel ist verschollen und es hat sich auch einiges geändert. Neue Designs und CMS sind im Einsatz – ob es wirklich besser ist als vorher…

Nachdem ich angefangen hatte, den ersten Teil zu schreiben, ist mir aufgefallen, das dieser Artikel endlos lange wird. Das ist nicht gerade sinnvoll. Darum und auch, weil ich die Sache doch in einer gewissen Tiefe beleuchten will, habe ich nun die einzelnen Parteiwebseiten in jeweils einem Artikel bewertet. Sie erscheinen in den nächsten Tagen als Serie hier unter dem Tag parteiwebseiten.

Bewertet habe ich die Webseiten der grösseren Parteien auf nationaler Ebene, also der BDP, CVP, FDP, Grünen, SP und SVP. Dabei habe ich auf folgende Parameter geachtet:

  • Welches CMS setzt die Partei ein?
  • Wie lädt die Seite? Geschwindigkeit, Optimierungen, eingesetzte Techniken (z.B. GZIP). Dies habe ich mit dem YSlow-Addon für Firefox gemessen und gebe hier die erreichten Noten (A: sehr gut; F: schlecht) und Scores wieder. Die Ladezeiten wurden mit dem genialen Tool von Pingdom gemessen.
  • Wie sieht die URL-Struktur und -Länge aus? Nicht zuletzt die URLs sind wichtig, wenn Besucherinnen direkt eine Adresse eingeben wollen, nach ihr suchen oder sie mit der Awesome-Bar im Firefox aufrufen.
  • Wie sieht die Seite aus? Natürlich ist das sehr subjektiv, aber einige Designelemente sind eher sichtbar und komfortabel als andere.
  • Wie komfortabel bewegt man sich auf der Seite? Dabei habe ich nach drei Dingen gesucht: Aktuelle Meldungen, Positionen und Newsletter-Abo. Währendem achtete ich mich darauf, wie bequem man durch die Seite kommt und die Ziele erreicht. Ist die Navigation einfach? Sind die Elemente gut sichtbar und beschriftet?

Cleantech-Initiative lanciert

Cleantech-Initiative der SP

Cleantech-Initiative der SP

Die SP Schweiz hat heute die Cleantech-Initiative gestartet.

Die Initiative verlangt konkret drei Dinge. Zwar sieht der Initiativtext vage aus, aber schliesslich ist es für die Verfassung, also kommt noch ein Gesetz hintennach.

  • Abhängigkeit von fossilen Energieträgern beseitigen
  • Förderung der Innovation und Investitionen in erneuerbare Energien und Energieeffizienz
  • Vorschriften über Energieverbrauch von Anlagen, Geräten und Fahrzeugen, gemäss neuster verfügbarer Technologie

Alles in allem schafft die Initiative Arbeitsplätze im Energiesektor, sowohl hochqualifizierte als auch weniger qualifizierte. Die Krise mag vielleicht schon vorüber sein, aber die Arbeitslosenzahlen zeigen, dass die für die Arbeiterinnen und Arbeiter noch lange nicht vorüber ist. Deshalb sind 100’000 neue Stellen dringend nötig.

ja! SP Schweiz

Die Initiative fördert auch endlich angemessen die neuen Technologien, welche zwar verfügbar, aber noch nicht eingesetzt werden. Wenn die neusten Technologien als Massstab für das Machbare und damit vorgeschrieben sind, wird das dem Industriestandort Schweiz sicher stark helfen. Auch wird die Initiative die Luftverpestung klar reduzieren: Wenn Feuerungen und Autos sich an viel strengere Grenzwerte halten müssen, so hilft das auch unser aller Gesundheit.

Als Fazit kann man sicher sagen, dass die Initiative schon dringen nötig gewesen wäre. Darauf hätte der Bund auch selbst kommen können. Dass wir nun darüber abstimmen können ist sicher auch gut für die öffentliche Diskussion über das Thema Energie, Klima und Umwelt.

PDF-Download Unterschriftenbogen für die Cleantech-Initiative herunterladen