Offenbar hat der Wechsel im Weissen Haus Effekte, die wir nicht wirklich abschätzen können. Auch wenn das Klimaschutzgesetz abgeschossen wurde sind doch einige Lichtblicke erkennbar. Zum Beispiel, dass überhaupt ein solches Gesetz im Kongress diskutiert wird, anstatt dass unbeliebte Erkenntnisse der Behörden korrigiert werden.

Mountain Tundra in Colorado (via sunface13)
Zu vielem anderen, dass die Obama-Administration am ändern ist, gibt David Axelrod in The Daily Show Auskunft.
Auch wenn es den USA noch Leid tun wird, dass sie dieses Gesetz nun nicht haben, so möchte ich kurz auf einen anderen Punkt aufmerksam machen.
Oft wird in Medien und im Internet vom Klimawandel (Climate Change) gesprochen. Und auch wenn es das grosse Problem ist, so sind die Zusammenhänge wesentlich vielfältiger. Nicht nur steht der Klimawandel nicht alleine da, sondern ist vielmehr ein einzelnes Element einer ganzen Problempalette. Auch die Faktoren und Konsequenzen sind derart komplex, dass es alleine mit Klimawandel oder Umweltverschmutzung erledigt wäre.
Deshalb gibt es seit einigen Jahren (erstmals erwähnt 1980, aber erst in den letzten Jahren wirklich populär) der Begriff Global Change. Es geht denn hier auch weniger um kleine und lokale Phänomene, sondern um globale.

L'Aiguille du Midi et le Glacier des Bossons (via b00nj)
Die USA haben seit gut zwanzig Jahren ein Forschungsprojekt zu diesem Thema laufen: das U.S. Global Change Research Program, kurz USGCRP. Wirklich interessante Ergebnisse werden da online veröffentlicht. Beispielsweise die Erkenntnis, dass die Gesundheit im Mittleren Westen durch zunehmende Hitzewellen beeiträchtigt ist.
Wenig verwunderlich ist es dann auch, dass diverse Behörden und Ministerien dabei beteiligt sind. Vom Verteidigungsministerium, über die NASA und dem Department of Transportation bis hin zum Aussenministerium sind viele Behörden dabei, dazu einige Wissenschaftsinstitutionen und natürlich auch die Umweltschutzbehörde. Auf jeden Fall zeigt die Einbindung verschiedener Partner, dass die Sache wichtig ist und hoffentlich ernst genommen wird.
Wie sieht es bei uns, in der Schweiz aus? Nun ja, das Bundesamt für Umwelt kümmert sich recht ausführlich um verschiedenste Aspekte, aber eine derart komplette Integration verschiedenster Departemente wie es die US-Amerikaner machen, sehe ich nicht. Hoffentlich wird auch die Arbeit des BAFU nicht behindert, wenn ein neuer, vielleicht bürgerlicher, Bundesrat nach Moritz Leuenbergers Rücktritt das Amt übernimmt. Die grösste Bremse ist aktuell aber im Parlament. Zwar gibt es scheinbar Mehrheiten für Klimaschutzziele, aber konkrete Massnahmen werden fast keine ergriffen.
Fotos von sunface13 und b00nj auf Flickr
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