Archiv für das 'verkehr'-tag

Velolift in Trondheim, bald auch in Genf?

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf AUTOLOS.com.

Velolift Trampe in Trondheim (via Camilla Hoel)

Velolift Trampe in Trondheim (via Camilla Hoel)

Gestern stand in der Sonntagszeitung, dass der Stadtpräsident von Genf sich überlegt Velolifte an steilen Strassen einzurichten. Laut einer Studie der Uni Genf eignen sich 26 Standorte für einen solchen Lift.

Im norwegischen Trondheim läuft bereits seit 16 Jahren ein solcher Lift und führt dazu, dass 90 % der 30’000 Studenten dort das Velo wirklich überall nutzen können. In den 16 Jahren hat der Lift über 220’000 Velofahrerinnen und Velofahrer den Hügel hochgebracht. Vereinfacht gesagt besteht der Lift aus einem Pedal, auf dem man mit einem Bein steht, während man darauf hochgeschoben wird. Mehr Infos gibt es auf der Webseite vom Trondheimer Velolift (nur auf Englisch).

Wäre das auch etwas für Schweizer Städte? Gerade in hügeligen Städten wie Zürich oder auch Lausanne wäre ein Velolift sicher ein Anreiz, mehr das Velo zu nutzen. Damit würden sicherlich mehr Velofahrerinnen und Velofahrer neu aufs Velo umsteigen, beispielsweise zum Pendeln. Aber auch Leute, die bisher schon im Sattel unterwegs sind, würden vereinfacht den Berg hochkommen. Wer übrigens die ganz krassen Steigungen als sportliche Herausforderung sieht, kann ja auch weiterhin da raufkraxeln – kein Problem. ;-)

Foto von Camilla Hoel auf Flickr

Kopenhagen Velo City 2010

Kopenhagen hat grosse Ambitionen. Die Hauptstadt Dänemarks will eine Velo-Stadt werden und sein. Sie ist schon in weiten Bereichen unglaublich fortgeschritten. So existieren fast überall separat abgetrennte Velospuren, die zur grösseren Sicherheit noch durch einen Randstein abgetrennt sind. An Kreuzungen gibt es blaue Streifen, auf denen die Velos Vortritt haben und auch sonst, ist man auf zwei Rädern extrem gut unterwegs.

Offenbar war gerade eben die Copenhagen Cycle Parade 2010 und die sowieso veloverrückten Dänen haben daraus mehr ein Volksfest, als eine Demo gemacht. Würde uns sicher auch ab und zu gut tun…

Mit dem Ziel vor Augen, bis 2025 CO2-neutral zu werden, setzt Kopenhagen auf diverse Projekte. So gibt es CO2-neutrale Restaurants, Hotels und Webseiten. Ganz entscheidend, weil eben nicht nur klimafreundlich, ist der Verkehr. Hier kommen Klimaschutz, “Public Health”, Lebensqualität und Verkehrprobleme zusammen. Als Stadt der VelofahrerInnen spricht man in Kopenhagen nicht nur über Pläne zur Nachhaltigkeit, für besseren Verkehrsfluss und weniger Treibhausgase, sie werden umgesetzt.

Copenhagen Cycle Parade 2010 (via tulenheimo)

Copenhagen Cycle Parade 2010 (via tulenheimo)

Interessant in dem Zusammenhang sind auch einige Statistiken. Knapp vierzig Prozent der Leute pendeln mit dem Velo zur Arbeit. Täglich werden damit 1.2 Millionen Kilometer zurückgelegt. Spannend sind auch die Gründe, welche die Menschen angeben, wieso sie auf einem Velo unterwegs sind. 57 % sagen, es sei einfach und schnell, 22 % sehen darin ein tägliches Training. Sehr erstaunlich ist auch die Geschwindigkeit. Auf dem Velo ist man mit 16 km/h unterwegs, mit dem Auto sind es 27 km/h. Das ist zwar ein deutlicher Unterschied, aber wenn man bedenkt, dass 16 km/h im Mittel sehr schnell ist für ein Velo in der Stadt, so dürfte es sich doch lohnen, umzusteigen.

If we want to promote cycling in big cities in the UK, we should do as the Danes do.” — Guardian

Was der Guardian es für Grossbritannien richtig bemerkt hat, stimmt auch für die Schweiz. Wir müssen dringend die Infrastruktur für den Langsamverkehr ausbauen. Schliesslich gibt es gute Gründe fürs Velofahren. Auch wenn wir alle unter Lärm, Dreckluft und Stau leiden, so kommen aus der Politik aktuell noch nicht die Impulse für mehr Langsamverkehr.

Viel ist noch zu tun und die ambitionierten Klimaziele des Parlaments werden ohne Massnahmen auch nicht umgesetzt. Als ersten Schritt würde ich gerne eine ähnlich ambitionierte Cycle Policy sehen. Knallharte, hohe Ziele für die nächsten fünfzehn Jahre.

Foto: tulenheimo auf Flickr

Sieben gute Gründe fürs Velofahren

Inspiriert von einer Liste der Stadt Kopenhagen, hier nun meine persönlichen sieben Gründe fürs Velofahren:

Copenhagen Cycle Parade 2010 (via tulenheimo)

Copenhagen Cycle Parade 2010 (via tulenheimo)

  1. Kein Lärm! – Velos machen keinen Lärm. Das ideale Verkehrsmittel also für ein Land, in dem jeder Zweite vom Verkehrslärm belastet ist.
  2. Keine Abgase, kein Gestank! – Wenn jeden Sommer im Tessin, Mittelland und in den Siedlungsgebieten die Luftschadstoffe über den Grenzwerten liegen, wären autofreie Sonntage angesagt. Velos produzieren keine Abgase und sind auch im Sommer geeignet.
  3. Klimafreundlich! – Ja, CO2 wird beim Velofahren keines produziert, schliesslich wird auch kein Öl verbraten.
  4. Tägliches Training! – Wer mit einigermassen Tempo, vielleicht noch einem Hügel in der Strecke unterwegs ist, kann sich das Fitnessstudio sparen. Im Zug oder Auto ist ein Training nicht möglich, aber auf zwei Rädern schon.
  5. Geld sparen! – Ein Auto kostet pro Kilometer ca. 90 Rappen (hängt auch stark vom Modell ab). Ein Velo ist nicht nur sparsamer bei den Ressourcen, sondern erst recht bei den Kosten. Wer billig, schnell und unkompliziert unterwegs sein will, nimmt das Velo.
  6. Keine Staus! – Im Stau kann man mit dem Velo bequem rechts an allen vorbeifahren – und darf das auch. Viel schneller geht es nicht mehr.
  7. Freiheit! – Ja, Freiheit. Denn nichts ist so unabhängig, schnell parkiert und wieder gestartet wie ein Velo. Wer flexibel, schnell und ohne Einbahnstrassen unterwegs sein will, nimmt das Velo.

Foto: tulenheimo auf Flickr

Velofahren im Stadtverkehr

Wie es sich anfühlt, in der Stadt auf dem Velo unterwegs zu sein, ist oft schwer zu beschreiben. Deshalb finde ich es sehr interessant, was gaz545 mit seiner Helmkamera gefilmt hat.

Es zeigt sich, etwas verstärkt, was auch in der Schweiz täglich zu erleben ist. Autos, die knapp überholen, in Spuren einbiegen oder absichtlich den Velofahrern keinen Platz lassen.

Beeindruckend ist besonders, wie er dauernd zurückblickt und auf die Seite schaut, ob niemand da überholen oder einbiegen will. Sehr vorbildlich und eigentlich genau so, wie ich das mache. Bei den Videos, wo AutofahrerInnen sich nicht an die Regeln halten, ist auch immer die Autonummer dabei und offenbar meldet er sie. Schon noch toll, wenn man eine Kamera auf dem Kopf hat.

Aber auch leichtsinnige Pendler auf Velos zeigt gaz ganz eindrücklich, wie im folgenden Beispiel, bei dem man dem Lastwagen auch gerne den Vortritt lassen könnte. Aber es gibt auch solche “Tosser“, die noch ganz spät über die Ampel fahren.

Ein Problem, das ich selber oft erlebe, sind Fussgänger, die davon ausgehen, dass lautlose Verkehrsmittel nicht existieren.

Wem übrigens der britische Linksverkehr zu schaffen macht, kann das Video auch einfach spiegeln. ;-)

Aschewolke im Blogrückblick #3 – Woche 16

Leider hatte ich die letzten paar Wochen wenig Zeit, man sieht es auch an der geringen Zahl von Artikeln. Doch nun lege ich wieder los.

Titus schlägt vor, die Aschewolke anzugreifen, weil der Bundesrat für die Schweizer Armee keinen klaren Auftrag finden kann. Politisch ist auch David, der den Entwurf das neue Parteiprogramm der SP analysiert und bewertet.

Eyjafjallajokull Volcano Eruption, Iceland (via DigitalGlobe-Imagery @flickr)

Eyjafjallajokull Volcano Eruption, Iceland (via DigitalGlobe-Imagery @flickr)

Die Aschewolke ist weitherum ein grosses Thema. Auf fokussiert.com findet man die besten Aschebilder oder auf dem Flickr-Blog. Eine Grafik von Information is beautiful zeigt aber schön, dass ausser dem Verkehrschaos auch kräftig Treibhausgase eingespart werden. Auf Twitter gibt es auch den #ashtag, für alle interessierten. ;-)

Das Echo der Zeit berichtet, wie ich finde, sehr gut und informativ. Dagegen war das 10vor10 gestern eindeutig übertrieben. ;-) Sackstark macht den Vergleich zum Rauchverbot und findet der fällt recht erstaunlich aus. Auch abseits solcher Vergleiche kursieren abstruse Befürchtungen, wie schädlich die Asche ist oder wie lange die ganze Sache noch dauert. Den Satz “Wir können noch nichts genaues sagen.” habe ich bis jetzt nur im Echo der Zeit gehört. Ansonsten scheint die Idee, dass grundlagenlose Spekulationen nur bedingt sinnvoll sind, eher weniger bekannt zu sein.

Foto von DigitalGlobe-Imagery auf Flickr

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