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The Yes Men Fix The World

The Yes Men Fix The World (Peer-to-Peer Edition)

The Yes Men Fix The World (Peer-to-Peer Edition)

Die Yes Men sind ein Aktivisten-Duo, besonders in den USA für einiges Aufsehen gesorgt hat. Sie lenken die Aufmerksamkeit der Medien mit spektakulären Aktionen auf die dreckigen Geschäfte von Grosskonzernen.

So kündigten sie am zwanzigsten Jahrestag der Chemiekatastrophe in Bophal (Indien) als Sprecher der verantwortlichen Firma Dow Chemicals an, Dow anerkenne die Verantwortung und werde mit 12 Milliarden Dollar die Betroffenen der grössten Chemiekatastrophe entschädigen sowie aufräumen. Dow musste wenige Stunden danach eine Mitteilung rauslassen, dass sie die Verantwortung nicht übernehmen.

Film per Torrent herunterladen The Yes Men Fix The World frei als Torrent herunterladen

Der Grund, wieso der Film frei im vertrieben wird, ist die Angst vor Zensur. So will die US Chamber of Commerce verhindern, dass ein kleines Segment am Anfang nicht weiter gezeigt werden kann – deshalb verbreite den Film weiter. (via netzpolitik.org)

Ähnliches haben die beiden, Andi und Mike, auch bei anderen Gelegenheiten getan. In New Orleans, an Konferenzen zum Wiederaufbau nach Katrina zum Beispiel.

Die Yes Men zeigen in diesem Film eines ganz eindrücklich: Zwar regiert Gier und der unerschütterliche Glaube an den freien Markt die Welt, doch es gibt einen Silberstreifen am Horizont. In der letzten Aktion im Film sieht man, wie sie eine eigene Ausgabe der New York Times herstellen, die sechs Monate vordatiert ist und die Nachrichten enthält, die alle gerne lesen würden.

Der Film The Yes Men Fix The World ist übrigens frei zu haben. Allerdings nicht frei wie Freibier, sondern frei wie MeinungsfreiheitSpenden ist erlaubt! Also herunterladen, per Torrent legal weiterverteilen!

David Mitchell on Climate Change

Heute, aus zeitlichen Gründen, wieder nur ein einfacher Link beziehungsweise ein Video von David Mitchell, in dem er über den Klimawandel spricht.

Oh Dear-ism

Der Oh Dear-ism ist bei uns angekommen. Vielleicht war er auch schon lange und schlich, getarnt als Gleichgültigkeit, durch die dunkelsten Ecken dieses Landes.

Auf jeden Fall ist mir gestern etwas aufgefallen. Gestern las ich auf 20min.ch einen Artikel über eine Aktion der JUSO. Sie verteilt vor dem heutigen Spiel Schweiz-Honduras Paninibildli mit getöteten Regimegegnern drauf, die während und nach dem Staatsstreich 2009 ums Leben kamen. Ich möchte mich zwar hier nicht die Aktion (man darf davon halten, was man will), den Staatsstreich oder irgendetwas in der Richtung besprechen, sondern die wie immer sehr aufschlussreichen Kommentare. Hier ein repräsentativer:

die bilder haben etwas den selben effekt wie die bilder auf dem zigarettenpäckli…kurz hinschauen und schockiert sein und dann sofort die nächste anzünden…haben sie wirklich die hoffnung das sich irgendetwas ändert? naja träumen soll erlaubt sein! — mike

Tegucigalpa, Honduras (von Fellowship of the Rich)

Tegucigalpa, Honduras (von Fellowship of the Rich)

Dieser Kommentar passt, von mir aus gesehen und mit vielen weiteren Kommentaren, in die Kategorie des Oh Dear-ism, wie Adam Curtis es im Video am Anfang beschreibt. Zu viele extrem tragische und herzzerreissende Meldungen hören wir jeden Tag, dass wir unterdessen gar nicht mehr an eine Veränderung glauben – und uns deshalb auch nicht mehr dafür einsetzen.

Was das bedeutet und wohin das führt, kann ich nicht abschliessend beurteilen. Für mich ist eine solche Haltung, wie sie mike oben ausdrückt aber sehr schade. Wer nicht mehr an Veränderung glaubt, eine bessere Welt will, daraufhin arbeitet und Ideen für morgen hat, hindert einen wohl urmenschlichen Trieb an seiner Entfaltung: den Fortschritt. Es geht aber nun nicht darum, wieder in alte Haltungen und Zeiten zurückzufallen. Wie das Video oben zeigt, waren einige der Hilfen auch kontraproduktiv.

Selbstverständlich muss man nicht ein 24-Stunden-News-Junkie sein, aber ein wenig Interesse, Hoffnung auf Besserung und ein kleiner Einsatz (auch wenn er nur geistig ist), können schon so manches bewegen. Viele Probleme sind schon halb gelöst, wenn sie erkannt sind…

Foto von Fellowship of the Rich auf Flickr

Unser geschmiertes Problem

Ölbohrplattform Deepwater Horizon (via USCGpress @flickr)

Ölbohrplattform Deepwater Horizon (via USCGpress @flickr)

Seit gut hundertfünfzig Jahren lebt die westliche Welt vom Öl und zwar in rauen Mengen. Pro Tag 87 Millionen Barrel um genau zu sein. Das sind knapp 14 Milliarden Liter. Ein grosser Teil davon wird verbrannt, obwohl das Zeug eigentlich ein sehr wertvoller Stoff zur Herstellung von unzähligen Dingen ist.

Gestern Abend lief zu diesem Thema ein äusserst aktueller DOK im Schweizer Fernsehen. Dieser zeigt einerseits, wie die ganze Katastrophe sich abgespielt hat und andererseits, wie die traurige Geschichte der Ölkatastrophen aussieht. Zahlreiche Tragödien, wie die bekannten in Alaska und der Bretagne werden wieder gezeigt. Besonders eindrücklich finde ich die Geschichte um die Havarie der Exxon Valdez in Alaska. Erst letztes Jahr haben die Fischer, nach fast zwanzig-jährigem Prozess, insgesamt 500 Millionen Dollar bekommen. Obwohl Exxon Mobile versprochen hat, für alle Schäden aufzukommen.

Kontrolliertes Abbrennen des Öls (via Deepwater Horizon Response @flickr)

Kontrolliertes Abbrennen des Öls (via Deepwater Horizon Response @flickr)

DOK auf dem SF Videoportal Die Jagd nach Öl

Die Frage, die der Film im zweiten Teil aufwirft, ist aber fast noch spannender, als die leeren Versprechungen der BP zur aktuellen Katastrophe mit der Aussagen von Exxon Mobile zur Exxon Valdez-Katastrophe 1989 zu vergleichen. Es geht vielmehr um die Frage, wie eine Zukunft ohne Öl oder auch nur nach dem Peak Oil aussieht: Werden wir noch um die Welt fliegen können? Finden wir rechtzeitig Möglichkeiten um Landwirtschaft, Industrie und Mobilität umzustellen? Arbeiten wir schon heute genügend hart daran?

Mich dünkt, dass die ganze Diskussion in eine ähnliche Richtung wie die AKW-Debatte steuert. Doch während beim Atomstrom der Staat kräftig nachhilft, ist es beim Öl die Marktmacht der Ölindustrie inklusive aller Kunden, aber vor allem auch unsere Bequemlichkeit. Noch immer lösen schlechte Nachrichten über Velonetze und damit verbundene Forderungen derbste und hässliche Kommentare der üblichen Sorte aus.

Was bereits jetzt klar scheint: Es ist sehr schwierig, Gewohnheiten zu ändern. Wie man es trotzdem versuchen kann und welche Probleme einem nur beim Wohnen begegnen, hat augenreibende Titus herausgearbeitet. So zeigt er, wie er lebt und wieso Coop trotz guter Kampagne unglaubwürdig ist, wenn es um Nachhaltigkeit, Biodiversität und Klimaschutz geht.

Fotos von USCGpress und Deepwater Horizon Response auf Flickr.

Velofahren im Stadtverkehr

Wie es sich anfühlt, in der Stadt auf dem Velo unterwegs zu sein, ist oft schwer zu beschreiben. Deshalb finde ich es sehr interessant, was gaz545 mit seiner Helmkamera gefilmt hat.

Es zeigt sich, etwas verstärkt, was auch in der Schweiz täglich zu erleben ist. Autos, die knapp überholen, in Spuren einbiegen oder absichtlich den Velofahrern keinen Platz lassen.

Beeindruckend ist besonders, wie er dauernd zurückblickt und auf die Seite schaut, ob niemand da überholen oder einbiegen will. Sehr vorbildlich und eigentlich genau so, wie ich das mache. Bei den Videos, wo AutofahrerInnen sich nicht an die Regeln halten, ist auch immer die Autonummer dabei und offenbar meldet er sie. Schon noch toll, wenn man eine Kamera auf dem Kopf hat.

Aber auch leichtsinnige Pendler auf Velos zeigt gaz ganz eindrücklich, wie im folgenden Beispiel, bei dem man dem Lastwagen auch gerne den Vortritt lassen könnte. Aber es gibt auch solche “Tosser“, die noch ganz spät über die Ampel fahren.

Ein Problem, das ich selber oft erlebe, sind Fussgänger, die davon ausgehen, dass lautlose Verkehrsmittel nicht existieren.

Wem übrigens der britische Linksverkehr zu schaffen macht, kann das Video auch einfach spiegeln. ;-)

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