Archiv für das 'wissenschaft'-tag

Bevölkerung: 230’000

In einer zehnjährigen Arbeit haben Wissenschaftler vom Census of Marine Life 230’000 Spezies gefunden – und das sind bei weitem noch nicht alle. So wird vermutet, dass für jede entdeckte Art noch vier weitere unentdeckt blieben. Das wären dann eine knappe Million.

Beeindruckend.

Im grössten und umfassendsten Versuch, das marine Leben zu erfassen. Ein Team aus über 360 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler durchsuchten während einem Jahrzehnt fünfundzwanzig Regionen der Weltmeere. Was dabei gefunden wurde, ist wirklich überwältigend.

Ozean aus der Luft (via gnews pics)

Ozean aus der Luft (via gnews pics)

Podcast Echo der Zeit Inventar der Meeresbewohner im Echo der Zeit auf Radio DRS

Wie der Guardian auch berichtet und Brigitte Ebbe im Echo der Zeit sagt, geht es dem Meer nicht gut. Zahlreiche menschliche Einflüsse sind die Ursache eines Artensterbens, das wir auch an Land erleben. Im Meer sind besonders auch die Fischerei, besonders mit Grundschleppnetzen, Ursache für viele Zerstörungen.

Foto von gnews pics auf Flickr

Klimawandelleugner und die Hitzewelle

Wie ein Kommentator kürzlich hier schrieb, gebe es keine Leute, die den Klimawandel abstreiten. Sie würden lediglich den menschlichen Einfluss bestreiten. Um das einmal zu widerlegen und auch gleich die Lügen anzuschauen, hier zwei Videos.

via Climate Progress, Videos von Peter Sinclair

Cholera innovativ bekämpft

Alt-Dhaka (via P Donovan)

Alt-Dhaka (via P Donovan)

Von einem ganz interessanten Projekt habe ich gestern im Radio gehört. Auf DRS 2 wurde ein so genanntes Cholera-Spital vorgestellt, das einerseits dringend nötige medizinische Hilfe für diverse Krankheiten wie Leishmaniose oder eben Cholera.

Podcast von DRS 2 Innovationen: Das «Cholera-Hospital» in Bangladesch

Farbiges Bangladesh (via Ujwala Prabhu)

Farbiges Bangladesh (via Ujwala Prabhu)

Das Projekt ICDDR,B (International Centre for Diarrhoeal Disease Research, Bangladesh) betreibt in Dhaka, der Hauptstadt Bangladeshs, ein Cholera-Spital. Dort werden einerseits Patienten behandelt und wieder auf die Beine gebracht, andererseits wurden schon über 1’500 Leute aus anderen Ländern in der Cholerabekämpfung ausgebildet. Auch werden die Experten vom ICDDR,B oft gerufen, wenn anderswo in der Welt eine Choleraepidemie ausbricht und Hilfe benötigt wird.

Fischer in Bangladesh (via Seema K K)

Fischer in Bangladesh (via Seema K K)

Speziell interessant ist die enge Zusammenarbeit von ambulanter medizinischer Versorgung und der angewandten Forschung. Damit können einerseits wichtige neue Erkenntnisse gemacht werden, so zum Beispiel die Nährlösung, welche für stark ausgetrocknete Patienten verwendet wird. Oder auch, dass Zink Durchfallerkrankungen in grossem Stil verhindert oder zumindest abschwächt. Ein, wie ich finde, schönes Beispiel wie die Krankheiten der Armen erfolgreich und effizient bekämpft werden können.

Fotos von P Donovan, Ujwala Prabhu und Seema K K auf Flickr

Hope and Global Change

Offenbar hat der Wechsel im Weissen Haus Effekte, die wir nicht wirklich abschätzen können. Auch wenn das Klimaschutzgesetz abgeschossen wurde sind doch einige Lichtblicke erkennbar. Zum Beispiel, dass überhaupt ein solches Gesetz im Kongress diskutiert wird, anstatt dass unbeliebte Erkenntnisse der Behörden korrigiert werden.

Mountain Tundra in Colorado (via sunface13)

Mountain Tundra in Colorado (via sunface13)

Zu vielem anderen, dass die Obama-Administration am ändern ist, gibt David Axelrod in The Daily Show Auskunft.

Auch wenn es den USA noch Leid tun wird, dass sie dieses Gesetz nun nicht haben, so möchte ich kurz auf einen anderen Punkt aufmerksam machen.

Oft wird in Medien und im Internet vom Klimawandel (Climate Change) gesprochen. Und auch wenn es das grosse Problem ist, so sind die Zusammenhänge wesentlich vielfältiger. Nicht nur steht der Klimawandel nicht alleine da, sondern ist vielmehr ein einzelnes Element einer ganzen Problempalette. Auch die Faktoren und Konsequenzen sind derart komplex, dass es alleine mit Klimawandel oder Umweltverschmutzung erledigt wäre.

Deshalb gibt es seit einigen Jahren (erstmals erwähnt 1980, aber erst in den letzten Jahren wirklich populär) der Begriff Global Change. Es geht denn hier auch weniger um kleine und lokale Phänomene, sondern um globale.

 L'Aiguille du Midi et le Glacier des Bossons (via b00nj)

L'Aiguille du Midi et le Glacier des Bossons (via b00nj)

Die USA haben seit gut zwanzig Jahren ein Forschungsprojekt zu diesem Thema laufen: das U.S. Global Change Research Program, kurz USGCRP. Wirklich interessante Ergebnisse werden da online veröffentlicht. Beispielsweise die Erkenntnis, dass die Gesundheit im Mittleren Westen durch zunehmende Hitzewellen beeiträchtigt ist.

Wenig verwunderlich ist es dann auch, dass diverse Behörden und Ministerien dabei beteiligt sind. Vom Verteidigungsministerium, über die NASA und dem Department of Transportation bis hin zum Aussenministerium sind viele Behörden dabei, dazu einige Wissenschaftsinstitutionen und natürlich auch die Umweltschutzbehörde. Auf jeden Fall zeigt die Einbindung verschiedener Partner, dass die Sache wichtig ist und hoffentlich ernst genommen wird.

Wie sieht es bei uns, in der Schweiz aus? Nun ja, das Bundesamt für Umwelt kümmert sich recht ausführlich um verschiedenste Aspekte, aber eine derart komplette Integration verschiedenster Departemente wie es die US-Amerikaner machen, sehe ich nicht. Hoffentlich wird auch die Arbeit des BAFU nicht behindert, wenn ein neuer, vielleicht bürgerlicher, Bundesrat nach Moritz Leuenbergers Rücktritt das Amt übernimmt. Die grösste Bremse ist aktuell aber im Parlament. Zwar gibt es scheinbar Mehrheiten für Klimaschutzziele, aber konkrete Massnahmen werden fast keine ergriffen.

Fotos von sunface13 und b00nj auf Flickr

Schweizer Klimadaten

Wind Farm (via warrenski auf Flickr)

Wind Farm (via warrenski auf Flickr)

Ein interessantes Tool, das ich gerade erst gefunden habe. Es zeigt die Veränderungen in Temperatur und Niederschlag seit dem Beginn der systematischen Messungen im Jahr 1864.

Link Schweizer Klimatrends von Meteoschweiz

Eine klare Beschleunigung ist sichbar, ohne Frage. Interessant ist zu sehen, wie sich die Trends entwickeln, jenachdem wie man den Trend auswählt.

Auch schön zu sehen sind einige Veränderungen der Jahreszeiten und besonders bei den Niederschlägen.

Foto von warrenski auf Flickr

Copyleft

cc-by-nc-sa

floeschen.ch und alle Subdomains stehen unter einer CreativeCommons-Lizenz. Andere Bedingungen betreffen Inhalte wie Bilder und verlinkte Seiten. Infos auf der Lizenzseite. Weitergehende Nutzung mit Erlaubnis möglich.